Öffentliches Recht

Verwaltungsprozess-Recht

Vorläufiger Rechtsschutz (§ 123 VwGO)

Einstweiliger Rechtsschutz (§ 123 Abs. 1 VwGO) – Zulässigkeit

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Schema: Einstweiliger Rechtsschutz (§ 123 Abs. 1 VwGO) – Zulässigkeit

9. Mai 2026

2 Kommentare


Wie kannst Du die Prüfung der Zulässigkeit eines Eilantrags nach § 123 Abs. 1 VwGO prüfen?

  1. Eröffnung des Verwaltungsrechtswegs

    Hier gelten keine Besonderheiten.

  2. Statthafte Antragsart

    Die statthafte Antragsart bestimmt sich nach dem Begehren des Antragstellers (vgl. §§ 122 Abs. 1, 88 VwGO). Die Abgrenzung der verschiedenen Möglichkeiten des einstweiligen Rechtsschutzes bestimmt sich nach § 123 Abs. 5 VwGO. Innerhalb von § 123 Abs. 1 VwGO ist zwischen der Sicherungsanordnung (§ 123 Abs. 1 S. 1 VwGO) und der Regelungsanordnung (§ 123 Abs. 1 S. 2 VwGO) abzugrenzen.

  3. Antragsbefugnis (§ 42 Abs. 2 VwGO analog)

    Ist in der Hauptsache eine Verpflichtungs- oder allgemeine Leistungsklage einschlägig, muss der Antragsteller gemäß § 42 Abs. 2 VwGO analog antragsbefugt sein. Es muss die hinreichende Möglichkeit des Vorliegens von (1) Anordnungsanspruch und (2) Anordnungsgrund geltend gemacht werden.Achte darauf, hier nicht von Klagebefugnis, sondern von Antragsbefugnis zu sprechen.

  4. Richtiger Antragsgegner

    Der richtige Antragsgegner bestimmt sich nach § 78 VwGO analog. Hier kommt ebenfalls das Rechtsträgerprinzip zur Anwendung.

  5. Beteiligten- und Prozessfähigkeit

    Die Beteiligten- und Prozessfähigkeit bestimmt sich nach den allgemeinen Regeln der §§ 61, 62 VwGO.

  6. Zuständiges Gericht

    Nach § 123 Abs. 2 VwGO ist das Gericht der Hauptsache zuständig.

  7. Form

    Die Form richtet sich nach §§ 81, 82 VwGO analog. Eine Frist besteht bei § 123 VwGO nicht, allerdings ist die Frist des Hauptsacherechtsbehelfs zu beachten.

  8. Allgemeines Rechtsschutzbedürfnis

    Das allgemeine Rechtsschutzbedürfnis ist nur zu prüfen, wenn besondere Hinweise im Sachverhalt erkennen lassen, dass dieser Punkt zu problematisieren ist. Sonst genügt ein kurzer Hinweis, dass das allgemeine Rechtsschutzbedürfnis gegeben ist.

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Fragen und Anmerkungen aus der Jurafuchs-Community

LEGA

LegAlex

12.2.2026, 13:16:49

Ist hier die

Frist

des Hauptsachrechtsbehelfs - wie auch beim Antrag nach §

80 V VwGO

- im Rahmen des

Rechtsschutzbedürfnis

ses als etwaige Verwirkung zu prüfen? @Foxxy

Foxxy

Foxxy

12.2.2026, 13:17:45

Ja

. Bei § 123 gibt es keine eigene Antrags

frist

, aber im Rahmen des allgemeinen

Rechtsschutzbedürfnis

ses ist zu prüfen, ob die

Frist

en des Hauptsacherechtsbehelfs gewahrt sind. Ist die Hauptsache offensichtlich präkludiert (z.B. Klage

frist

verstrichen), fehlt regelmäßig das

Rechtsschutzbedürfnis

; teils wird das auch in der Begründetheit über den Anordnungsanspruch gelöst. „Verwirkung“ im engeren Sinn betrifft eher das Zuwarten beim Eilantrag und führt zur fehlenden Dringlichkeit (

Anordnungsgrund

). Bei § 80 Abs. 5 VwGO gilt Entsprechendes: ohne

frist

gerecht erhobene bzw. noch zulässige

Anfechtungsklage

regelmäßig kein

Rechtsschutzbedürfnis

.