+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

Jurafuchs

In verschiedenen europäischen Regionen haben sich seit Ende des 20. Jahrhunderts menschliche Geburtenraten und die Anzahl von Storchen vergleichbar entwickelt.

Einordnung des Falls

Scheinkorrelation

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 2 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. Zwischen der Zahl der menschlichen Geburten je Einwohner und der Zahl der Storchenpaare besteht eine Korrelation.

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Genau, so ist das!

Korrelation bedeutet, dass ein oder mehrere Größen miteinander in Beziehung stehen (ohne dass sie einander bedingen müssen). Die Entwicklung der zwei Messgrößen (Geburtenrate vs. Anzahl Störche) verläuft sehr ähnlich, annähernd parallel. Es besteht eine Korrelation. Heißt das nun, dass der Storch die Babys bringt? Nein! Das ist ein typisches Beispiel, dass Korrelation keine Kausalität bedeutet.

2. Zwischen der Zahl der menschlichen Geburten je Einwohner und der Zahl der Storchenpaare besteht eine Kausalität.

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Nein, das trifft nicht zu!

Eine Korrelation kann ein Indikator für eine Kausalität sein. Sie ist hingegen kein Beweis dafür. Die Korrelation zwischen Geburtenraten und Storchen ist rein zufällig. Sie ergibt sich daraus, dass in ländlichen Regionen mehr Störche nisten und tendenziell die Geburtenrate höher ist. Man spricht auch von Scheinkorrelation. Treffender wäre der Begriff Scheinkausalität. Denn eine Korrelation liegt tatsächlich vor, eine Kausalität hingegen nicht.

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