+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

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Der körperlich weit überlegene T schlägt O mit der Faust und voller Wucht gegen den Schädel, sodass dieser bewusstlos wird. Daraufhin zieht er O auf den Boden und beginnt ihn mit weiteren Tritten und Schlägen zu misshandeln. T will dem O so eine Lektion erteilen, ihn aber nicht in Lebensgefahr bringen.

Einordnung des Falls

Schwerpunkt auf den subjektiven Tatbestand: Vorsatz

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 2 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. T hat den objektiven Tatbestand einer gefährlichen Körperverletzung "mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung" zulasten des O erfüllt (§ 224 Abs.1 Nr. 5 StGB).

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Ja, in der Tat!

Rspr. und h.L. verlangen eine Begehungsweise, die nach den Umständen des konkreten Falles, wie der Art, Dauer und Stärke der Einwirkung objektiv generell geeignet ist, das Opfer in Lebensgefahr zu bringen. Eine konkrete Lebensgefahr sei nicht erforderlich. Ein Faustschlag ins Gesicht kann insbesondere bei einer starken Wucht lebensgefährdend wirken. Dass O nicht verstirbt, steht dem nicht entgegen; die abstrakte Gefährdung ist ausreichend.

2. Der subjektive Tatbestand des § 224 Abs. 1 Nr. 5 StGB setzt nach der Rspr. voraus, dass der Täter sein Opfer in Lebensgefahr bringen will.

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Nein!

BGH: Ausreichend für den subjektiven Tatbestand sei, dass der Täter mit Verletzungsvorsatz handele und dabei die Umstände erkenne, die die allgemeine Lebensgefährlichkeit des Tuns in der konkreten Situation für das Opfer begründen. Danach müsste T im Tatzeitpunkt die Kenntnis gehabt haben, dass wuchtige Faustschläge ins Gesicht potentiell lebensgefährlich sind. Nach a.A. muss der Täter die Lebensgefährlichkeit seines Handelns zumindest für möglich halten und in Kauf genommen haben (bedingter Vorsatz).

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