Eingreifen von Berufsrettern – objektive Zurechnung


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N zündet das Haus seiner reichen Tante T an. Nachbarn alarmieren die Feuerwehr. Als Berufsfeuerwehrmann F die Schreie von T hört, stürzt er sich mit voller Schutzmontur in das brennende Haus. Bevor er T retten kann, wird F durch einen herunterfallenden Dachbalken tödlich verletzt.

Einordnung des Falls

Eingreifen von Berufsrettern – objektive Zurechnung

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 2 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. Bei einer eigenverantwortlichen Selbstgefährdung des Opfers ist die objektive Zurechnung des tatbestandsmäßigen Erfolg zum Täter grundsätzlich ausgeschlossen.

Ja, in der Tat!

Objektiv zurechenbar ist ein Erfolg, wenn durch das Verhalten des Täters (1) eine rechtlich missbilligte Gefahr geschaffen worden ist, die (2) sich im tatbestandsmäßigen Erfolg realisiert. Gefährdet das Opfer sich eigenverantwortlich selbst, realisiert sich im Erfolg grundsätzlich keine vom Täter geschaffene rechtlich missbilligte Gefahr, sondern das vom Opfer frei verantwortlich übernommene Risiko. Wer das zur Selbstverletzung führende eigenverantwortliche Handeln des Selbstschädigers vorsätzlich oder fahrlässig veranlasst, ermöglicht oder fördert, ist somit im Grundsatz nicht strafbar.

2. Ist N der Tod des F objektiv zuzurechnen?

Ja!

Der Verletzungserfolg bleibt trotz eigenverantwortlicher Gefährdung des Opfers objektiv zurechenbar, wenn sich das Opfer berechtigterweise veranlasst sieht, rettend einzugreifen (Retterfälle). Die Verletzung des Opfers muss typischerweise und deshalb vorhersehbar in der Ausgangsgefahr begründet liegen. F ist als Feuerwehrmann zur Rettungshandlung verpflichtet. Das korrekte Eingreifen von Berufsrettern ist in der Brandlegung typischerweise angelegt.

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