Doppelte Dosis tödlichen Giftes (Alternative Kausalität)


+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

Jurafuchs

O hat Geburtstag. Während O Geschenke auspackt, geben die Gäste A und B unabhängig voneinander je eine tödliche Dosis desselben Giftes in das Getränk des O. O trinkt und stirbt.

Einordnung des Falls

Doppelte Dosis tödlichen Giftes (Alternative Kausalität)

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 1 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. Die Giftverabreichungen durch A und B lassen sich jeweils hinwegdenken, ohne dass der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfiele. Deshalb war keine der Handlungen kausal für den Tod des O.

Diese Rechtsfrage lösen [...Wird geladen] der Jurist:innen in Studium und Referendariat richtig.

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Nein!

Verursachen zwei voneinander unabhängige Handlungen gleichzeitig den Erfolg und hätte jede für sich zur Erfolgsverursachung ausgereicht (alternative Kausalität), führt die Anwendung der conditio-sine-qua-non-Formel zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass beide Handlungen als nicht erfolgsursächlich angesehen werden müssten. Die hM modifiziert die Formel daher: Von mehreren Handlungen, die alternativ, aber nicht kumulativ hinweggedacht werden können, ohne dass der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfiele, ist jede erfolgsursächlich.Zwar kann man beide Dosen Gift jeweils wegdenken (alternativ), aber nicht zusammen (kumulativ), ohne dass der Gifttod (konkrete Gestalt) entfiele. Mithin sind beide Dosen nach der modifizierten Formel ursächlich.

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