Vorhandensein der Schuldfähigkeit wird beim erwachsenen Täter grds. vermutet.


+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

Jurafuchs

Die 19-jährige T steckt im Alsterhaus einen ungesicherten XXL-Schal von Balenciaga in ihre Sporttasche und nimmt ihn mit nach Hause. Um auf ihrem Instagram-Account endlich die magische Zahl von 10.000 Abonnenten zu erreichen, sieht sie sich gezwungen, ihr „Outfit of the Day“ aufzuwerten.

Einordnung des Falls

Vorhandensein der Schuldfähigkeit wird beim erwachsenen Täter grds. vermutet.

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 1 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. T hat schuldhaft gehandelt.

Diese Rechtsfrage lösen [...Wird geladen] der Jurist:innen in Studium und Referendariat richtig.

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Ja, in der Tat!

T verwirklicht den objektiven Tatbestand des Diebstahls (§ 242 Abs. 1 StGB). Sie handelt auch vorsätzlich und rechtswidrig. Schuldhaftes Handeln setzt Schuldfähigkeit voraus. Beim erwachsenen Täter wird das Vorhandensein der Schuldfähigkeit vermutet, solange nicht Anhaltspunkte für das Gegenteil vorliegen. Dies ergibt sich im Umkehrschluss aus §§ 19, 20, 21 StGB, die positiv-rechtlich die Schuldunfähigkeit bzw. verminderte Schuldfähigkeit regeln.

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