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+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

Jurafuchs

P betreibt eine Pinselfabrik. Er unterlässt die Desinfektion von Ziegenhaar aus China, was zu Milzbrand bei den Arbeitern A und B führt, die daran sterben. Auch eine Desinfektion hätte den Milzbrand allerdings nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verhindert.

Einordnung des Falls

Ziegenhaarfall

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 2 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. P hat den Tod von A und B kausal verursacht.

Ja, in der Tat!

Rspr. und hL bestimmen die Kausalität überwiegend nach der Äquivalenztheorie (= conditio sine qua non Formel). Eine Handlung ist danach kausal, wenn sie nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfiele.Hätte P den Arbeitern A und B nicht die nicht desinfizierten Ziegenhaare für die Herstellung von Pinseln zur Verfügung gestellt, hätten sich A und B nicht mit den Milzbrandbazillen angesteckt und wären nicht infolge der Ansteckung an Milzbrand gestorben.

2. Der Tod von A und B ist P objektiv zurechenbar.

Nein!

Bei Fahrlässigkeitsdelikten muss im Rahmen der objektiven Zurechnung auch ein Pflichtwidrigkeitszusammenhang bestehen. Dieser ist nach der Vermeidbarkeitstheorie gegeben, wenn der konkrete Erfolg bei pflichtgemäßen Alternativverhalten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vermeidbar gewesen wäre.P hat durch das Überlassen der nicht desinfizierten Pinselhaare zwar eine rechtlich missbilligte Gefahr geschaffen. Bei rechtmäßigem Alternativverhalten (Überlassen desinfizierter Haare) wäre der Erfolg aber nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit entfallen. Folglich hat sich im konkreten Erfolg gerade nicht die durch das Täterverhalten pflichtwidrig geschaffene Gefahr verwirklicht (fehlender Pflichtwidrigkeitszusammenhang).

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