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Zugewinnausgleich und andere Vermögensausgleichsansprüche
Schwiegerelternschenkungen
Schwiegerelternschenkungen
4. April 2025
9 Kommentare
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+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

Rachel und Ross sind verheiratet. Um ihnen ein standesgemäßes eheliches Leben zu ermöglichen, schenkt Rachels Vater beiden zu gleichen Teilen ein Haus. Als es zur Scheidung kommt, fordert Rachels Vater von Ross dessen Anteil heraus.
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Einordnung des Falls
Schwiegerelternschenkungen
Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 3 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt
1. Handelt es sich bei der Zuwendung an Ross um eine Schenkung, obwohl sie im Vertrauen auf den Bestand der Ehe erfolgte (§ 516 BGB)?
Ja, in der Tat!
Jurastudium und Referendariat.
2. Sofern die tatbestandlichen Voraussetzungen vorliegen, können Schwiegereltern Schenkungen also nach den Regelungen des Schenkungsrechts zurückfordern.
Ja!
3. Werden sonstige in Betracht kommende Ausgleichsansprüche (Zweckverfehlungskondiktion, Wegfall der Geschäftsgrundlage) durch die Vorschriften über den Zugewinnausgleich (§§ 1372 ff. BGB) gesperrt?
Nein, das ist nicht der Fall!
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Fragen und Anmerkungen aus der Jurafuchs-Community
HanDerenoglu
12.12.2024, 13:37:36
also liegt dann keine Schenkung mehr vor, folglich haben die Schwiegereltern auch ohne Rechtsgrund geleistet?
Clara.annie
18.12.2024, 09:49:19
Eine Schenkung wird bei der Zuwendung der Schwiegereltern angenommen, daher scheitert ein Anspruch aus normaler
Leistungskondiktion, weil es gerade einen Rechtsgrund gibt. Aber der Zweck der Schenkung, dass die Ehe bis zum Tode hält, könnte verfehlt sein. Daher 313 und Zweckverfehlungskondiktion.