Inbrandsetzung bei Gebäuden erfordert mehr als brennendes Inventar


+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

Jurafuchs

Haushälter H zündet eine Gardine in Gräfin Gs Villa an, um sich an der garstigen G zu rächen. Die teure Seidengardine brennt lichterloh.

Einordnung des Falls

Inbrandsetzung bei Gebäuden erfordert mehr als brennendes Inventar

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 1 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. Indem H die Gardine der G angezündet hat, hat er Gs Villa und damit ein Gebäude "in Brand gesetzt" (§§ 306ff. StGB).

Diese Rechtsfrage lösen [...Wird geladen] der Jurist:innen in Studium und Referendariat richtig.

...Wird geladen

Nein!

Die Tathandlung des "Inbrandsetzens" ist neben der Alternative "durch Brandlegung ganz oder teilweise zerstören" Tatbestandsmerkmal aller Brandstiftungsdelikte (§§ 306ff. StGB). Eine Sache ist in Brand gesetzt, wenn sie in einer Weise vom Feuer erfasst ist, dass ein Weiterbrennen aus eigener Kraft möglich ist. Erforderlich ist das Brennen eines für den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Objekts wesentlichen Teils. Dazu zählen bei Gebäuden die Wohnungstür, Fensterrahmen, Wände, Böden und Treppen. Nicht darunter fallen hingegen Einrichtungsgegenstände wie loses Mobiliar, Gardinen, Tapeten, Regale und Fußbodensockelleisten. Die brennende Gardine ist kein wesentlicher Teil der Villa.

Jurafuchs kostenlos testen

© Jurafuchs 2024