+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

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Klassisches Klausurproblem

M möchte ihren gebrauchten Trekking-Rucksack verkaufen und bietet ihn A für €50 an. A schickt M um 1.30 Uhr nachts eine E-Mail, dass er den Rucksack für €50 kauft. Das E-Mail-Programm der M zeigt den Posteingang um 1.40 Uhr an.

Einordnung des Falls

Zugang einer E-Mail

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 1 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. Die per E-Mail versandte Annahmeerklärung des A ist wirksam geworden, als sie sich um 1.40 Uhr abrufbereit im E-Mail-Posteingang der M befunden hat.

Diese Rechtsfrage lösen [...Wird geladen] der Jurist:innen in Studium und Referendariat richtig.

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Nein!

Empfangsbedürftige WE werden wirksam mit Zugang (§ 130 Abs. 1 S. 1 BGB). Zugang (Phase 3) liegt bei verkörperten WE vor, wenn die Erklärung so in den Machtbereich des Empfängers gelangt ist, dass er von ihr Kenntnis nehmen kann und wenn unter normalen Umständen mit der Kenntnisnahme zu rechnen ist.E-Mails sind in den Machtbereich des Empfängers gelangt, wenn sie abrufbereit in dessen Mailbox („elektronischer Briefkasten“) gespeichert sind. Die Möglichkeit der Kenntnisnahme besteht hier rund um die Uhr. Zu rechnen ist mit der Kenntnisnahme unter normalen Umständen aber nicht nachts zur Unzeit, sondern im Laufe des nächsten Vormittags. Die Annahme ist trotz Eingang in das E-Mail-Postfach nicht wirksam geworden.

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