+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

Jurafuchs

A entwendet das Heroin des B gegen dessen Willen um es anschließend zu konsumieren.

Einordnung des Falls

Konsum geraubten Heroins

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 2 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. Bei dem Heroin handelt es sich für A um eine fremde bewegliche Sache, § 242 Abs. 1 StGB.

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Ja!

Fremd ist eine Sache für den Täter, wenn sie weder in dessen Alleineigentum steht, noch herrenlos ist. Fraglich ist, ob an dem Heroin als verbotenem Betäubungsmitteln überhaupt Eigentum bestehen kann. Nach herrschender Meinung kann allerdings auch an illegal erworbenen Sachen Eigentum bestehen. Demnach hatte B vorliegend Eigentum an dem Heroin. A hat das Heroin auch weggenommen. Der objektive Diebstahlstatbestand ist erfüllt.

2. In dem Konsum liegt keine Zueignung, folglich handelte A nicht mit Zueignungsabsicht.

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Nein, das ist nicht der Fall!

Zueignungsabsicht bezeichnet den Vorsatz dauerhafter Enteignung in Verbindung mit der Absicht der zumindest vorübergehenden Aneignung. Vorliegend wollte B die Sachsubstanz konsumieren. B wurde dauerhaft aus seiner Eigentümerstellung verdrängt. Aneignung wäre zu bejahen, wenn die Vernichtung als Verbrauch angesehen werden kann. Dies ist vorliegend der Fall. Somit handelte A mit Zueignungsabsicht.

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