Mordmerkmal „aus Mordlust“ (§ 211 Abs. 2 Gr. 1 Var. 1 StGB)


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T wartet eines Abends in der Bahnhofsvorhalle in Freudenstadt auf ein Tötungsopfer. Es geht ihm ausschließlich darum, einen Menschen vom Leben zum Tode zu befördern. Er sieht die 21-jährige O und folgt ihr auf die Damentoilette. Dort erwürgt er sie.

Einordnung des Falls

Mordmerkmal „aus Mordlust“ (§ 211 Abs. 2 Gr. 1 Var. 1 StGB)

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 1 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. T hat das täterbezogene Mordmerkmal "aus Mordlust" (§ 211 Abs. 2 Gr. 1 Var. 1 StGB) verwirklicht.

Diese Rechtsfrage lösen [...Wird geladen] der Jurist:innen in Studium und Referendariat richtig.

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Ja!

Aus Mordlust tötet, wem es allein darauf ankommt, einen Menschen sterben zu sehen. Der einzige Zweck der Tat ist der Tod des Opfers als solcher. Weder ein in der Person des Opfers oder in der besonderen Tatsituation liegender Anlass noch ein über den Tötungsakt selbst hinausgehender Zweck bestimmt die Tat. BGH: T habe einen Menschen getötet, der ihm nicht den geringsten Anlass zur Tat gegeben hätte. Er habe die Tat aus reiner Freude an der Vernichtung eines Menschenlebens begangen (RdNr. 6f.). Beachte: Mordlust (Gruppe 1) ist ein täterbezogenes Mordmerkmal. Daher prüfst Du es im subjektiven Tatbestand nach dem Vorsatz.

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