+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

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A hat einen Stalker, den S. Über Jahre ruft S die A an und lauert ihr auf. A leidet unter ständiger Angst.

Einordnung des Falls

Angstzustände

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 1 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. Indem S die A stalkt, hat er sie an der Gesundheit geschädigt (§ 223 Abs. 1 Var. 2 StGB).

Diese Rechtsfrage lösen [...Wird geladen] der Jurist:innen in Studium und Referendariat richtig.

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Nein, das trifft nicht zu!

Eine Gesundheitsschädigung ist das Hervorrufen oder Steigern eines nicht nur unerheblichen krankhaften (= pathologischen) Zustandes. Krankhaft ist der vom Normalzustand der körperlichen Funktionen nachteilig abweichende Zustand. BGH: Bloß emotionale Reaktionen auf Aufregungen, wie etwa starke Gemütsbewegungen oder andere Erregungszustände, aber auch latente Angstzustände stellen keinen pathologischen Zustand dar (RdNr. 13), es sei denn, sie haben körperliche Auswirkungen. Psychische Folgen sind also weder "körperliche Misshandlung" noch "Gesundheitsschädigung" (§ 223 Abs. 1 StGB). Das "Stalking" hat bei A nicht zu körperlichen Beschwerden geführt. Es kommt allerdings eine Strafbarkeit des S wegen Nachstellung (§ 238 Abs. 1 Nr. 1, Nr. 2 StGB) in Betracht.

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