+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

Jurafuchs

A überfällt die alte Dame D. Er sticht der D mit einem Messer in den Arm, was eine tiefe Wunde hinterlässt. Die Wunde braucht mehrere Wochen zum Heilen.

Einordnung des Falls

Wunde

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 2 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. Indem A der D in den Arm gestochen hat, hat er sie "körperlich misshandelt" (§ 223 Abs. 1 Var. 1 StGB).

Diese Rechtsfrage lösen [...Wird geladen] der Jurist:innen in Studium und Referendariat richtig.

...Wird geladen

Ja, in der Tat!

Eine körperliche Misshandlung ist jede üble und unangemessene Behandlung, durch die das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit nicht nur unerheblich beeinträchtigt wird. Der D mit einem Messer in den Arm zu stechen, stellt eine üble und unangemessene Behandlung dar, die wegen der tiefen Wunde die körperliche Unversehrtheit der D nicht nur unerheblich beeinträchtigt.

2. Indem A der D in den Arm gestochen hat, hat er sie zudem "an der Gesundheit geschädigt" (§ 223 Abs. 1 Var. 2 StGB).

Diese Rechtsfrage lösen [...Wird geladen] der Jurist:innen in Studium und Referendariat richtig.

...Wird geladen

Ja!

Eine Gesundheitsschädigung ist das Hervorrufen oder Steigern eines nicht nur unerheblichen krankhaften (= pathologischen) Zustandes. Krankhaft ist der vom Normalzustand der körperlichen Funktionen nachteilig abweichende Zustand. Eine Wunde stellt einen vom Normalzustand der körperlichen Funktionen des Opfers nachteilig abweichenden (pathologischen) Zustand dar. Die durch A bei der D hervorgerufene Wunde ist wegen der langen Heilungsdauer auch erheblich. Die Tatbestandsvarianten der körperlichen Misshandlung (§ 223 Abs. 1 Var. 1 StGB) und Gesundheitsschädigung ( § 223 Abs. 1 Var. 2 StGB) stehen zueinander in Tateinheit (§ 52 StGB).

Jurafuchs kostenlos testen

© Jurafuchs 2024