Befristeter Arbeitsvertrag § 14 Abs. 4 TzBfG


+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

Jurafuchs

Für ein neues Großprojekt suchte Arbeitgeberin A einen Fotografen. A und F schlossen formgerecht einen befristeten Arbeitsvertrag von 3 Monaten. Nun soll der Vertrag für weitere 3 Monate verlängert werden, da sich der Abschluss des Projektes verzögert.

Einordnung des Falls

Befristeter Arbeitsvertrag § 14 Abs. 4 TzBfG

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 2 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. Für die Befristung eines Arbeitsverhältnisses ist ein Formerfordernis vorgesehen.

Diese Rechtsfrage lösen [...Wird geladen] der Jurist:innen in Studium und Referendariat richtig.

...Wird geladen

Genau, so ist das!

Das Teilzeitbefristungsgesetz sieht für die Wirksamkeit einer Befristung des Arbeitsverhältnisses ein Schriftformerfordernis vor (§ 14 Abs. 4 TzBfG). Umfasst sind jegliche Formen der Befristung, auch Altersgrenzen. Unerheblich ist die rechtliche Grundlage der Befristung. Das bedeutet, dass auch Befristungen erfasst werden, die gesetzlich vorgesehen sind. Ebenso unerheblich ist die Dauer der Befristung. Eine vereinbarte Befristung ist grundsätzlich an den Anforderungen des § 126 BGB zu messen.

2. Nur die erstmalige Befristung bedarf der Schriftform.

Diese Rechtsfrage lösen [...Wird geladen] der Jurist:innen in Studium und Referendariat richtig.

...Wird geladen

Nein, das trifft nicht zu!

Die formelle Anforderung der Schriftform bezieht sich nicht nur auf den Abschluss eines befristeten Arbeitsvertrages, sondern auch auf die Verlängerung. Im Nachhinein erfolgte Verkürzungen der Dauer der Befristungen sind genauso wie die Vereinbarung eines korrigierten Beendigungszeitpunktes erfasst (unselbstständiger Annex-Vertrag). Die Verlängerung um drei Monate muss den Anforderungen an die Schriftform gerecht werden.

Jurafuchs kostenlos testen

© Jurafuchs 2024