+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

Jurafuchs
Tags
Lernplan SR Kleiner Schein (100%)
Lernplan SR Kleiner Schein (80%)

T wirft Steine von einer Brücke auf eine Landstraße. T möchte damit gezielt das Auto des O treffen und diesen töten. Auf der Landstraße befinden sich weit und breit keine anderen Verkehrsteilnehmer. Von einem Stein am Kopf getroffen stirbt O.

Einordnung des Falls

Steinwurf auf einsamer Landstraße

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 1 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. T hat O "mit gemeingefährlichen Mitteln" getötet (§ 211 Abs. 2 Gr. 2 Var. 3 StGB).

Diese Rechtsfrage lösen [...Wird geladen] der Jurist:innen in Studium und Referendariat richtig.

...Wird geladen

Nein, das trifft nicht zu!

Das objektive Mordmerkmal der gemeingefährlichen Mittel erfüllt der Täter, der ein Medium einsetzt, das in der konkreten Tatsituation abstrakt geeignet ist, eine unbestimmte Mehrzahl von Menschen an Leib und Leben zu gefährden, weil er die Ausdehnung der Gefahr nicht in seiner Gewalt hat. Die Gefährlichkeit des Tatmittels bestimmt sich nicht abstrakt nach dessen typischer Wirkung, sondern nach dessen Eignung zur Gefährdung Dritter in der konkreten Tatsituation. Nicht notwendig ist, dass die Gefährdung konkret eingetreten ist ("abstrakt geeignet"). T verwendet die Steine nicht so, dass diese eine Mehrzahl von Menschen gefährden könnten. T beherrscht, wer durch sein Verhalten geschädigt werden könnte.

Jurafuchs kostenlos testen


Isabell

Isabell

12.3.2020, 20:14:58

Solange die Steine auf der Fahrbahn liegen bleiben, sind sie doch abstrakt dazu geeignet eine unbestimmte Zahl weiterer Personen zu gefährden. Oder bin ich gedanklich irgendwo falsch abgebogen?

Marilena

Marilena

13.3.2020, 01:44:05

Hallo Isabell, Danke für den guten Hinweis! Wir sehen es so: In der konkreten Tatsituation befanden sich weit und breit keine anderen Verkehrsteilnehmer auf der Straße. Damit auch keine abstrakte Eignung zur Gefährdung einer unbestimmten Mehrzahl von Personen.

S3T

S3tr

11.7.2020, 16:28:13

Ich würde evtl. Diesbezüglich ein gefährlichen Eingriff im Straßenverkehr anprüfen und dort das noch erörtern... Aber ansonsten schließe ich mich Marilena an

Marilena

Marilena

11.7.2020, 16:29:51

gute Idee S3tr


© Jurafuchs 2024