Fall unter Anwesenden, situative Schwerhörigkeit des Erklärungsempfängers offensichtlich.


+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

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A und B arbeiten beim Bodenpersonal am Flughafen Berlin-Tegel. Nach Abfertigung einer easyJet-Maschine bietet A dem B sein gebrauchtes iPhone SE an. B nickt höflich, hat aber wegen des startenden Flugzeugs kein Wort verstanden.

Einordnung des Falls

Fall unter Anwesenden, situative Schwerhörigkeit des Erklärungsempfängers offensichtlich.

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 1 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. Das Kaufangebot des A ist wirksam geworden.

Diese Rechtsfrage lösen [...Wird geladen] der Jurist:innen in Studium und Referendariat richtig.

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Nein, das trifft nicht zu!

Eine nicht verkörperte (mündliche) WE wird wirksam mit Zugang (§ 130 Abs. 1 S. 1 BGB analog), wenn (1) der Empfänger sie wahrgenommen hat (= akustisch richtig verstanden hat) oder (2) wenn der Erklärende nach den erkennbaren Umständen keinen Zweifel daran haben konnte, dass der Empfänger sie wahrgenommen hat (hM, sog. eingeschränkte Vernehmungstheorie). Für das Wahrnehmen ist nicht entscheidend, ob der Empfänger die Erklärung inhaltlich richtig verstanden hat.Hier hat B das Angebot wegen des Fluglärms akustisch nicht richtig verstanden. A konnte wegen des Geräuschpegels auch nicht zweifelsfrei davon ausgehen, dass B sein Angebot wahrnimmt.

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