Bestimmung der Erbfolge in entfernten Ordnungen (Fall)


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Lernplan ZR Erbrecht (100%)

Der ledige E ist ohne Testament verstorben. Bei seinem Tod leben keine näheren Verwandten von ihm. Er hinterlässt lediglich das Kind A seiner Urgroßeltern väterlicherseits und zwei Enkelkinder B und C seiner Urgroßeltern mütterlicherseits.

Einordnung des Falls

Bestimmung der Erbfolge in entfernten Ordnungen (Fall)

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 3 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. A, B und C gehören zu den gesetzlichen Erben der vierten Ordnung.

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Genau, so ist das!

Nach § 1928 Abs. 1 BGB sind die Urgroßeltern des Erblassers und deren Abkömmlinge die gesetzlichen Erben der vierten Ordnung. Das Kind A der Urgroßeltern väterlicherseits gehört ebenso wie die Enkel der Urgroßeltern mütterlicherseits zu den Erben der vierten Ordnung.

2. Der Nachlass fällt je zur Hälfte an die mütterliche und die väterliche Linie.

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Nein, das trifft nicht zu!

Ab der vierten Ordnung kommt nicht mehr das Liniensystem zur Anwendung, sondern das Gradualsystem. Dieses bestimmt die Erben nach dem Grad der Verwandtschaft mit dem Erblasser. Der Nachlass fällt somit nicht entsprechend dem Liniensystem je zur Hälfte an die mütterliche und an die väterliche Linie, sondern es erben diejenigen Verwandten, die dem Grad nach am nächsten mit E verwandt sind.

3. Nach dem Gradualsystem sind B und C von der Erbfolge ausgeschlossen.

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Ja!

Das Gradualsystem bestimmt die Erben nach dem Grad der Verwandtschaft mit dem Erblasser. Der Grad der Verwandtschaft richtet sich dabei nach der Zahl der sie vermittelnden Geburten. Verwandte niedrigeren Grades schließen die Verwandten höherer Grade von der Erbfolge aus. A ist mit E im vierten Grad verwandt, B und C sind mit E im fünften Grad verwandt. A ist daher der alleinige gesetzliche Erbe des E.

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