Schema: Beweiswürdigung
4. März 2026
8 Kommentare
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In welchen Schritten erfolgt eine Beweiswürdigung eines Beweismittels?
Ergiebigkeit des Beweises
Überzeugungskraft
Welche Kriterien genau im Rahmen der Überzeugungskraft eine Rolle spielen, variiert nach den Beweismitteln. So sind Glaubhaftigkeit und Glaubwürdigkeit meist nur relevant bei Zeugenaussagen oder Parteivernehmungen.
Glaubhaftigkeit der Aussage
Frage: Kann ich das glauben?
Glaubwürdigkeit des Aussagenden
Frage: Kann ich dem glauben?
Beweiswert, § 286 ZPO
Zu berücksichtigen sind die Dinge, die sich positiv oder negativ auf den Wahrheitsgehalt auswirken können. Zum Beispiel: berufliche Verbindung, Verwandtschaft.
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Fragen und Anmerkungen aus der Jurafuchs-Community
Isabell
11.10.2021, 13:08:59
Fehlt hier nicht die Frage nach der Beweistatsache?
Lukas_Mengestu
12.10.2021, 10:03:15
Hi Isabell, wir haben die Frage nun
dahingehend präzisiert,
dass es um die Würdigung des einzelnen Beweismittels geht. In der Tat steht natürlich ganz am Anfang einer
Beweiswürdigungdie Frage
danach, was denn überhaupt bewiesen werden soll. Bei den einzelnen Beweismitteln ist
dann aber zu klären, inwieweit diese überhaupt ergiebig waren und welche innere Überzeugungskraft diese aufweisen. Beste Grüße, Lukas - für
das Jurafuchs-Team
Isabell
12.10.2021, 11:14:55
Adrian
18.1.2024, 11:44:30
Ist die Glaubwürdigkeit in der Klausur überhaupt anzusprechen? Uns wurde zumindest ausdrücklich geraten, diesen Teil mehr oder weniger zu ignorieren
dahier unnötig Zeit investiert wird und ggfs. ein falscher Schwerpunkt gesetzt werden könnte.
m.e.l.a.n.i.e
28.7.2025, 15:07:10
Man kann
jakurz feststellen,
dass an der Glaubwürdigkeit keine Zweifel bestehen. Vielleicht gibt es auch Anhaltspunkte in der Akte, die man benutzen kann ((keine) persönliche Beziehung des Zeugen zu den Parteien, (keine) Auswirkungen des Rechtsstreits auf den Zeugen). Ansprechen würde ich es schon,
daes meines Wissens nach Teil einer vollständigen
Beweiswürdigungist und sonst etwas fehlen würde. Ich stimme dir aber zu,
dass man hier nicht unnötig ins Detail gehen sollte, v.a., wenn die Akte
das nicht hergibt. Regelmäßig wird der Zeuge wohl glaubwürdig sein, ansonsten kann man die Aussage
janicht wirklich verwenden. Es sei denn, in der Akte ist es völlig offensichtlich,
dass er aus irgendeinem speziellen Grund nicht glaubwürdig ist und es genügend andere Beweismittel gibt. (So jedenfalls meine Einschätzung, falls
das jemand anders sieht, gerne anmerken.) Es kommen auch noch Aufgaben, die sich mit der Glaubwürdigkeit des Zeugen im Detail beschäftigen.
Dolusdave
22.5.2023, 09:25:33
Würde es in diesem Zusammenhang nicht mehr Sinn ergeben, die Glaubwürdigkeit vor der Glaubhaftigkeit zu prüfen. Sofern zB der Zeuge nicht glaubwürdig ist, kommt es auf den Inhalt der Aussage nämlich gar nicht mehr an.
Lukas_Mengestu
22.5.2023, 09:53:47
Hallo Dolus
dave, Prüfungsschema sind in der Tat nicht "starr", deswegen kannst Du hier natürlich variieren. Letztlich kannst Du mit Deiner Argumentation aber ebenso die hier maßgebliche Reihenfolge vertreten, nämlich,
dass es im Falle einer unglaubhaften Aussage nicht mehr erforderlich ist, sich mit der schwammigen Kategorie der "Glaubwürdigkeit" zu beschäftigen. Wir haben die Glaubhaftigkeit vorangestellt,
dasich die Aussage anhand der schriftlichen Akte gut prüfen lässt. Die Glaubwürdigkeit eines Zeugens hängt
dagegen maßgeblich von seinem Auftreten während der Beweisaufnahme ab (zB nervöses Verhalten, Blick zu Kläger/Beklagten...).
Dadies nicht dokumentiert wird, wirst Du hierzu auch in Deiner Klausur-Akte nichts finden.
Das einzige, wozu man
dann regelmäßig noch Stellung beziehen kann, ist ein ggfs. bestehendes Näheverhältnis (Verwandtschaft, Freundschaft..). Es genügt insoweit aber der formelhafte Hinweis,
dass dieses allein noch nicht ausreicht, um die Glaubwürdigkeit zu erschüttern, sondern hier noch weitere Umstände hinzutreten müssen. Die Prüfung der Glaubhaftigkeit ist insoweit von höherer (Prüfungs-)Relevanz. Beste Grüße, Lukas - für
das Jurafuchs-Team
w.laura.l
25.11.2025, 15:19:39
Insbesondere von Praktikern habe ich mitbekommen,
dass die Glaubwürdigkeit gar keine Rolle mehr spielt, weil man
damit ein pauschales Urteil über die jeweilige Person fällt,
das unangemessen ist.
Daschwingt mit,
dass bestimmte Personen immer lügen oder immer die Wahrheit sagen. Es wäre schön, wenn ihr
darauf eingehen oder
das Schema entsprechend anpassen würdet.
