Erbschaft - Einzelfälle: Leichnam (Obduktion) 2/4


+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

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Lernplan ZR Erbrecht (100%)

Erbe E vermutet, dass der missglückte Fallschirmsprung der Oma O das Resultat einer vorherigen Vergiftung war. Er möchte dies durch eine Obduktion klären lassen. Tante T ist dagegen. (2/4)

Einordnung des Falls

Erbschaft - Einzelfälle: Leichnam (Obduktion) 2/4

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 1 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. Als Erbe der O steht E das Recht zu, dies durch eine Obduktion klären zu lassen.

Diese Rechtsfrage lösen [...Wird geladen] der Jurist:innen in Studium und Referendariat richtig.

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Nein!

Für die Einwilligung in eine Obduktion kommt es nicht auf die Zustimmung des Erben, sondern auf die Zustimmung des Verstorbenen oder seiner nächsten Angehörigen an. Es fehlt an einer vorherigen Zustimmung der O, sodass es auf den Willen der nächsten Angehörigen ankommt. Dies ist hier die T, sodass E nicht das Recht hat, eine Obduktion zu veranlassen. Strafprozessual veranlasst die Staatsanwaltschaft die Leichenöffnung gem. § 87 StPO bei Verdacht auf äußere Gewalteinwirkung.

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