+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

Jurafuchs
Tags
Lernplan ZR Kleiner Schein (100%)

A findet die getürmte Katze des B und behält sie als seine eigene, da er denkt, dass sie herrenlos sei. Als sie sich verletzt, bringt er sie zum Tierarzt und zahlt für die Behandlung €100. B findet seine Katze aber in A's Vorgarten und will sie wieder haben. A verlangt Verwendungsersatz.

Einordnung des Falls

Verjährungsfristen – Grundsatz

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 2 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. Absolute Rechte verjähren innerhalb der Regelverjährungsfrist von drei Jahren (§ 195 BGB).

Diese Rechtsfrage lösen [...Wird geladen] der Jurist:innen in Studium und Referendariat richtig.

...Wird geladen

Nein!

Absolute Rechte sind gegenüber jedermann wirkende ausschließliche Herrschaftsrechte einer Person an einem Gegenstand und unterliegen nicht der Verjährung. Nur die aus ihnen entspringenden Ansprüche. Es ist somit möglich, dass Eigentum und Besitz dauerhaft auseinanderfallen können, da die rei vindicatio (§ 985 BGB) nach 30 Jahren (§ 197 Abs. 1 Nr. 2 BGB) verjährt.

2. Der Verwendungsersatzanspruch (§ 994 BGB) des A verjährt innerhalb der Regelverjährungsfrist von drei Jahren (§ 195 BGB).

Diese Rechtsfrage lösen [...Wird geladen] der Jurist:innen in Studium und Referendariat richtig.

...Wird geladen

Genau, so ist das!

Die regelmäßige Verjährungsfrist gilt für alle Ansprüche, für die nichts anderes bestimmt ist und beträgt drei Jahre (§ 195 BGB).A's Anspruch auf Ersatz seiner Verwendungen (§ 994 BGB) ist weder auf die Verfügung über ein Grundstück (§ 196 BGB) gerichtet, noch im Katalog für dreißigjährige Verjährungsfristen (§ 197 BGB) aufgeführt. Sondervorschriften gibt es nicht.

Jurafuchs kostenlos testen

© Jurafuchs 2024