+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

Jurafuchs

A streitet sich mit einem Fußballfan der gegnerischen Mannschaft. Später lauert er ihm auf und ersticht ihn von hinten. Er wird dafür wegen heimtückischen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. A denkt, dass das nicht mit seinem Recht auf Leben vereinbar ist.

Einordnung des Falls

Lebenslange Freiheitsstrafe

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 2 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. Der persönliche Schutzbereich des Rechts auf Leben (Art. 2 Abs. 2 S. 1 Alt. 1 GG) ist eröffnet.

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Ja, in der Tat!

Grundrechtsfähigkeit ist die Fähigkeit, Grundrechtsträger sein zu können. Sie ist Voraussetzung dafür, dass der Schutzbereich eines Grundrechts des Grundrechtsträgers eröffnet sein und den Grundrechtsträger damit schützen kann. Nur Lebende haben die Fähigkeit, Grundrechtsträger zu sein. A ist eine lebende natürliche Person und damit grundrechtsfähig. Der persönliche Schutzbereich des Rechts auf Leben (Art. 2 Abs. 2 S. 1 Abs. 1 Alt. 1 GG) ist eröffnet.

2. Es liegt ein Eingriff in das Recht auf Leben des A vor.

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Nein!

Ein Eingriff in das Recht auf Leben (Art. 2 Abs. 2 S. 1 Alt. 1 GG) ist jede rechtliche oder faktische staatliche Maßnahme, die den Tod eines Menschen bewirkt. Die lebenslange Freiheitsstrafe bewirkt nicht den Tod des A. Ein Eingriff in das Recht auf Leben (Art. 2 Abs. 2 S. 1 Alt. 1 GG) liegt nicht vor. Die lebenslange Haft greift in die Freiheit seiner Person (Art. 2 Abs. 2 S. 2 GG) ein und bedroht die Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG). Das BVerfG hat deshalb entschieden, dass die Verhängung einer lebenslangen Strafe nur dann möglich ist, wenn der Betroffene zumindest eine Chance auf Wiedererlangung der Freiheit hat. Zudem darf sie nur zum Schutz höchster Rechtsgüter vor schwersten Delikten dienen.

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