+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

Jurafuchs
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Lernplan Strafrecht BT: Nichtvermögensdelikte (100%)

A installiert in der Wohnung seiner Erzfeinde B und C einen selbstgebauten Sprengsatz. Bei der Explosion zieht sich B kleine Schnittverletzungen und Prellungen zu. C erleidet lediglich leichte Kratzer.

Einordnung des Falls

Lokale Substanzschädigungen wie z.B. Beulen

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 3 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. A hat eine Körperverletzungshandlung (§ 223 Abs. 1 StGB) vorgenommen, wenn er B und/oder C "körperlich misshandelt" oder "an der Gesundheit geschädigt" hat.

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Genau, so ist das!

Der objektive Tatbestand der Körperverletzung (§ 223 Abs. 1 StGB) setzt eine Körperverletzungshandlung voraus. Dazu gehören die körperliche Misshandlung (§ 223 Abs. 1 Var. 1 StGB) und die Gesundheitsschädigung (§ 223 Abs. 1 Var. 2 StGB) einer anderen Person. Es handelt sich um zwei selbstständige Tatmodalitäten (die sich freilich überschneiden (sog. Inferenz)). Daher prüfst Du in der Klausur beide Varianten.

2. Die Schnittverletzungen und Prellungen des B stellen eine "körperliche Misshandlung" (§ 223 Abs. 1 Var. 1 StGB) dar.

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Ja, in der Tat!

Eine körperliche Misshandlung ist jede üble und unangemessene Behandlung, durch die das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit nicht nur unerheblich beeinträchtigt wird. Auch zeitlich begrenzte, lokale Substanzschädigungen wie Prellungen, Beulen, Blutergüsse und Schnittverletzungen greifen die körperliche Unversehrtheit erheblich an. Die Schnittverletzungen und Prellungen des B stellen eine üble und unangemessene Behandlung dar.

3. Die Kratzer des C stellen eine "körperliche Misshandlung" (§ 223 Abs. 1 Var. 1 StGB) dar.

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Nein!

Bloße Kratzer und Hautrötungen fallen nicht unter die körperliche Misshandlung, da sie die körperliche Unversehrtheit nur unerheblich beeinträchtigen. C hat nur leichte Kratzer erlitten.

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