Definition: Geboten (§ 32 StGB)
3. April 2025
5 Kommentare
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Wann ist die Notwehrhandlung „geboten“?
Geboten ist eine Notwehrhandlung, wenn das Notwehrrecht nicht ausnahmsweise durch sozialethische Wertungen der Einschränkung bedarf.
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Fragen und Anmerkungen aus der Jurafuchs-Community
Jeremy Tölle
18.5.2024, 15:03:57
Sehr gutes Merkwort. Bitte mehr davon um sich Fallgruppen und Schemata zu merken.
Leo Lee
21.5.2024, 14:30:54
Hallo Jeremy Tölle, vielen Dank für dein Feedback und die lieben Worte! Worte wie deine treiben uns täglich dazu an, mehr solcher Fälle und Merksätze zu konzipieren. Wenn ich mich recht entsinne, stammt „KEBAB“ tats. von einem Nutzer, weshalb dieser Merksatz umso wertvoller ist! Wir suchen auch bei anderen Themen nach Merkformeln und würden uns natürlich auch ri
esig darüber freuen, wenn du – falls du welche kennst – uns mit weiteren Eselsbrücken bereichern würdest, zumal Jurafuchs auch durch die Nutzer weiterentwickeln wird :)! Liebe Grüße – für das Jurafuchsteam – Leo
QuiGonTim
10.1.2025, 14:08:15
Inwiefern unterscheiden sich die Fallgruppen Bagatellangriff und Krasses Missverhältnis?
Leo Lee
11.1.2025, 05:29:22
Hallo QuiGonTim, vielen Dank für die sehr gute und wichtige Frage! In der Tat besteht zw. diesen beiden Gruppen kaum ein Unterschied, da bei einem Bagatellangriff eig. fast immer ein krasses Missverhältnis vorliegen wird un vice versa. Deshalb werden diese Gruppen eig. oft zusammengelegt; falls sie mal getrennt dargestellt werden, ist der Unterschied marginal bzw. nicht existent. Auch in der Lehre oder der Literatur wird deshalb kaum unterschieden. Hierzu kann ich i.Ü. die Lektüre vom MüKo-StGB 5. Auflage, Erb § 32 Rn. 215 ff. sehr empfehlen :)! Liebe Grüße – für das Jurafuchsteam – Leo

Charles "Chuck" McGill
13.2.2025, 12:41:52
Wenn man einen Unterschied sehen möchte, dann wohl am ehesten darin, dass Bagatellangriffe überhaupt keine Verteidigung rechtfertigen können, während es beim krassen Missverhältnis zumindest theoretisch legitime Verteidigungsmöglichkeiten gibt. Wenn sich jemand im vollen Bus an dir vorbeiquetscht so dass du gewzungenermaßen minimal zur Seite gedrückt wirst könnte man darin (wenn man wirklich will) einen Angriff auf deine Fortbewegungsfreiheit und oder Willensentschließungsfreiheit sehen. Schließlich wirst du gezwungen, zwei Zentimeter zur Seite zu rücken. Das ist aber
sozialadäquatund rechtfertigt keine Form von
Notwehrhandlung. Klaut dir jemand ein 100 Gramm Paket Kirschen bestünde ein krasses Missverhältnis, wenn du ihm dafür in den Kopf schießt, auch wenn das deine einzige Möglichkeit zur Rettung der Kirschen wäre. Ein Bagatellangriff ist es aber nicht, da du ihm sehr wohl legitimermaßen hinterherrennen und ihn zu Boden werfen könntest. Inwiefern die Unterscheidung Sinn macht sei mal dahingestellt.