Verjährungsfristen – Spezialregelungen: Mängelansprüche


+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)

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K hat keine Ahnung von Autos und lässt sich von V beraten. Ihm gefällt einer der "wie neu restaurierten" Porsche 911 Cabriolet des Autohauses. Auf dem Heimweg fliegt ihm fast das Dach weg.

Einordnung des Falls

Verjährungsfristen – Spezialregelungen: Mängelansprüche

Die Jurafuchs-Methode schichtet ab: Das sind die 2 wichtigsten Rechtsfragen, die es zu diesem Fall zu verstehen gilt

1. K hat einen Anspruch gegen V auf Nacherfüllung (§ 437 Nr. 1, 439 BGB).

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Genau, so ist das!

Dem Käufer steht grundsätzlich ein Anspruch auf Nacherfüllung zu, wenn ein (1) wirksamer Kaufvertrag, ein (2) Mangel bei Gefahrübergang und (3) kein wirksamer Gewährleistungsausschluss bestehen.Zwischen K und V ist ein wirksamer Kaufvertrag (§ 433 BGB) über ein Auto zustande gekommen. K kennt sich mit Autos nicht aus und konnte nicht erkennen, dass das Dach schadhaft ist (§ 442 BGB). V hat dem K kein verkehrssicheres Auto verkauft (§ 437 Nr. 1, 439 BGB). V ist die Nacherfüllung auch nicht unmöglich (§ 275 BGB), denn sie hat noch weitere Porsche 911. K kann Ersatz verlangen.

2. K hat 2 Jahre Zeit, bevor sein Anspruch auf Nacherfüllung verjährt (§ 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB).

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Ja, in der Tat!

Schadens-, Aufwendungsersatz- und Nacherfüllungsansprüche verjähren im Kaufrecht grundsätzlich innerhalb von zwei Jahren (§ 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB). Ausnahmen sind: (1) Mängel an Bauwerken oder um Sachen, die entsprechend ihrer üblichen Verwendungsweise für ein Bauwerk verwendet worden sind und dessen Mangelhaftigkeit verursacht hat (§ 438 Abs. 1 Nr. 2 BGB) und (2) Mängel, die in einem dinglichen Recht eines Dritten bestehen, aufgrund dessen dieser die Herausgabe der Kaufsache verlangen kann.Da keine Ausnahmevorschrift einschlägig ist, hat K zwei Jahre Zeit die Nacherfüllung zu verlangen.

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