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„Rangsdorfer Hausdrama“ – Enger oder weiter Verwendungsbegriff (§ 996)?
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„Rangsdorfer Hausdrama“ – Enger oder weiter Verwendungsbegriff (§ 996)?
22. März 2026
99 Kommentare
+++ Sachverhalt (reduziert auf das Wesentliche)
V war seit 1993 Eigentümer eines Grundstücks. Ohne Vs Wissen wird ab 2008 die Zwangsversteigerung in das Grundstück betrieben. B erhält 2010 den Zuschlag und wird als Eigentümerin ins Grundbuch eingetragen. B baut ein Wohnhaus für € 500.000 auf das Grundstück. V hat inzwischen von der Versteigerung erfahren und erwirkt 2014 eine Aufhebung des Zuschlagsbeschlusses.
Diesen Fall lösen 82,5 % der 15.000 Nutzer:innen unseres digitalen Tutors "Jurafuchs" richtig.
Wie funktioniert Jurafuchs?
Einordnung des Falls
„Rangsdorfer Hausdrama“ – Enger oder weiter Verwendungsbegriff (§ 996)?
Die Jurafuchs-Methode schichtet ab
1. V will wieder als Eigentümerin im Grundbuch stehen und verlangt von B Zustimmung zur Grundbuchberichtigung. Könnte V gegen B einen darauf gerichteten Anspruch aus § 894 BGB haben?
Genau, so ist das!
2. Müsste zunächst das Grundbuch richtig sein (§ 894 BGB)?
Nein, das trifft nicht zu!
3. Das Grundbuch wäre unrichtig, wenn V – und nicht B - Eigentümer des Grundstücks wäre. Könnte V sein Eigentum durch die Zwangsversteigerung des Grundstücks an B verloren haben (§ 90 Abs. 1 ZVG)?
Ja!
4. Die durch V erwirkte Aufhebung des Zuschlagbeschlusses ist inzwischen rechtskräftig. Hat V sein Eigentum an B verloren?
Nein, das ist nicht der Fall!
5. V müsste der richtige Gläubiger und B die richtige Schuldnerin sein (§ 894 BGB).
Ja, in der Tat!
6. Der Anspruch von V ist entstanden. Könnte B ein Zurückbehaltungsrecht aus § 273 Abs. 2 BGB zustehen, wenn sie gegen V einen Anspruch auf Verwendungsersatz aus § 996 BGB hat?
Ja!
7. Zunächst müsste zwischen V und B eine Vindikationslage (§§ 985, 986 Abs. 1 S. 1 BGB) bestanden haben, als B das Grundstück ersteigert hat.
Nein, das ist nicht der Fall!
8. B könnte durch den Hausbau eine „nützliche Verwendung“ i.S.v. § 996 BGB vorgenommen haben. Ist die Auslegung des Begriffs der „Verwendungen“ i.S.v. § 996 BGB eindeutig und unumstritten?
Nein, das trifft nicht zu!
9. Nach dem weiten Verwendungsbegriff ist der Hausbau eine Verwendung i.S.v. § 996 BGB.
Ja!
10. Nach dem engen Verwendungsbegriff liegt keine Verwendung vor, wenn die Sache grundlegend verändert wird. Wäre der Hausbau danach eine Verwendung i.S.v. § 996 BGB?
Nein, das ist nicht der Fall!
11. Die Ansichten kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Spricht der Wortlaut von § 996 BGB dafür, eine Zustandsveränderung generell vom Anwendungsbereich auszuschließen?
Nein, das trifft nicht zu!
12. Kann man bei der Auslegung Systematik und Historie von §§ 994 ff. BGB heranziehen, um die Streitfrage zu lösen?
Ja!
13. §§ 994 ff. BGB dienen einem billigen Ausgleich der widerstreitenden Interessen zwischen dem Eigentümer und dem redlichen Besitzer. Wäre der Eigentümer zweckwidrig benachteiligt, wenn er auch für Zustandsveränderungen Verwendungsersatz leisten müsste?
Nein, das ist nicht der Fall!
14. Ist es interessen- und zweckmäßig, einen Verwendungsersatz des Besitzers bei Zustandsveränderungen (i.S.d. engen Verwendungsbegriffs) generell auszuschließen?
Nein, das trifft nicht zu!
15. Wäre es auch zweckwidrig, den engen Verwendungsbegriff anzuwenden, wenn dieser zu erheblichen Abgrenzungsschwierigkeiten führen würde?
Ja!
16. Damit ist der weite Verwendungsbegriff vorzugswürdig und B hat eine Verwendung i.S.v. § 996 BGB vorgenommen.
Genau, so ist das!
17. Die Verwendungen müssten auch nützlich i.S.v. § 996 BGB gewesen sein. Ist das unumstritten der Fall, wenn V erklärt, er habe absolut kein Interesse an dem Wohnhaus?
Nein, das trifft nicht zu!
18. Beinhaltet der Wortlaut von § 996 BGB eindeutig ein subjektives Element und lässt es sich in der Praxis einfach handhaben, maßgeblich auf subjektive Vorstellungen einer Partei abzustellen?
Nein!
19. B hat nützliche Verwendungen vorgenommen. V will ihren Anspruch abwehren, indem er von ihr die Beseitigung des Wohnhauses aus § 1004 Abs. 1 S. 1 BGB verlangt. Könnte V einen solchen Anspruch gegen B haben, wenn dieser anwendbar ist?
Genau, so ist das!
20. Ist der Beseitigungsanspruch aus § 1004 Abs. 1 S. 1 BGB unumstritten gegen das Resultat der Verwendungen anwendbar?
Nein, das trifft nicht zu!
21. B kann V mithin die Zustimmung zur Grundbuchberichtigung (§ 894 BGB) vorenthalten, bis V ihr Ersatz ihrer nützlichen Verwendungen leistet (§§ 273 Abs. 2, 996 BGB).
Ja!
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Fragen und Anmerkungen aus der Jurafuchs-Community
Jimmy105
26.5.2025, 21:15:51
s hier ist die bisher Beste Herausarbeitung einer Aufgabe. Super, Super hilfreich. Ich kann mir vorstellen,
dass es nicht einfach ist Aufgaben derart kleinschrittig vorzubereiten, aber
das hier
darf gerne ein neuer Qualitätsmaßstab werden. Kleinschrittige Argumentation mit Auslegungsmethoden, Gegenüberstellungen, Klausurhinweisen, Tipps und Zusammenfassungen für den Überblick.
Dakann man viel von lernen. Ich bevorzuge wie bereits an anderer Stelle erwähnt noch einen Gesamtüberblick, also eine gesamt Skizze (Schemata und Ge
dankenführung). Aber die kann man sich hier auch gut selbst erstellen. Einziger inhaltlicher Hinweis: an einer Stelle fehlt eine Erklärung. LG an
das Team
QueerSocialistLawyer
26.5.2025, 21:26:50
Wirklich tolle Aufgabe. Auch schön wie man durch die Ge
danken mitgeführt wird „zur Erinnerung hier an diesem Punkt sind wir“
Linne Hempel
27.5.2025, 09:16:30
Hey @[Jimmy105](252785), hey @[QueerSocialistLawyer](132926), wow, vielen
Dank für dieses tolle Feedback!
Das motiviert uns sehr. Den Wunsch nach einem Gesamtüberblick haben wir auf dem Schirm. Aktuell versuchen wir es so gut wie möglich in die Aufgabe zu integrieren, für einen „großen“ extra Überblick suchen wir noch nach einer guten (technischen) Umsetzung. Den erwähnten Formatierungsfehler habe ich behoben. Viele Grüße – Linne, für
das Jurafuchs-Team
lionelhebe
18.6.2025, 15:33:55
In der 07/2025 Ausgabe der hemmer life & law ist eine Lösungsskizze zu dem Fall @[QueerSocialistLawyer](132926)
Anony Mous
27.5.2025, 16:47:18
Iman Ahmed
28.5.2025, 12:20:46
Der Gesetzgeber hat
das ZBR in
1000 BGBregelt, gleichwohl es den
273 II BGBgibt. Im Verhältnis zu
273 II BGBist 1000 S. 1 lex specialis, wenn es sich um einen Herausgabeanspruch handelt. Aufbauend, soll der Verwendungsersatz nach 994ff. gem.
1001 BGBerst fällig werden, wenn eine Genehmigung oder Abnahme der Sache erfolgte. Jedoch ist es bei Ansprüchen aus 894 und 1004 so,
dass 273 II Anwendung findet,
dader BGH bereits klargestellt hat,
dass die „Herausgabe“ nach 273 II ebenso die Herausgabe einer Buchposition umfasst (nicht aber der 1000 S. 1 der von einer Sache spricht). Einige nehmen den 1000 S. 1 auch analog, nicht aber der BGH. Im Ergebnis ist
das richtige ZBR ist folglich vorliegend
273 II BGB:)
Nadim Sarfraz
29.5.2025, 15:00:39
Hey @[Anony Mous](207571), gute Frage! Tatsächlich sind sich Lit. und Rspr. nicht einig
darüber, ob die Einrede des Bucheigentümers, ihm stehe ein
Verwendungsersatzanspruchzu, gegen den Anspruch des mat. Eigentümers aus
§ 894 BGBauf § 273 Abs. 2 BGB oder § 1000 S. 1 BGB gestützt werden kann. Der BGH greift hierbei auf § 273 Abs. 2 BGB zurück (instruktiv in BGH NJW 1980, 833, 834 a.E.).
Dawir in dieser Aufgabe die Argumente des BGH nachzeichnen wollen, haben wir
das hier auch so übernommen. Die Lit. bevorzugt den Weg über § 1000 S. 1 BGB (nachzulesen mw.N. bei BeckOGK-Hertel, § 894 Rn. 81). I.E. bestehen zwar soweit ersichtlich keine Unterschiede (beide Ansichten gestehen dem Bucheigentümer ein ZBR zu) - dogmatisch greifst Du allerdings einen durchaus komplexen Punkt auf,
dabeide Normen nicht zu 100 % passen: @Iman Ahmed hat Recht,
dass § 1000 S. 1 BGB nicht passt,
dasich der Bucheigentümer nicht gegen einen "Herausgabeanspruch" wehrt. § 273 Abs. 2 BGB passt allerdings ebenfalls nicht komplett,
dada
s ZBR nach §
273 BGBeinen fälligen Anspruch voraussetzt. Der Anspruch auf Verwendungsersatz nach den §§ 994 ff. BGB wird gem. § 1001 S. 1 BGB allerdings erst fällig, wenn der Eigentümer die Sache wiedererlangt oder die Verwendungen genehmigt -
daraus resultiert gerade der Sinn von § 1000 S. 1 BGB, dem redlichen Besitzer trotz der grds. nicht gegebenen Fälligkeit ein Zurückbehaltungsrecht zu gewähren. Im Ergebnis sind also beide Normen nicht gänzlich passend: Im MüKoBGB-Schäfer, § 273 Rn. 35, wird
daher mE zu Recht
darauf hingewiesen,
dass unabhängig von der Frage, ob man Rspr. oder Lit. folgt, in beiden Fällen eine analoge Anwendung erfolgen muss. Zu konstatieren ist,
dass
das BGB keine eindeutige Lösung für diese Konstellation bereithält. In der Klausur kannst Du jedenfalls wenig falsch machen, im 2. Examen würde ich Dir aber den Rückgriff auf § 273 Abs. 2 BGB empfehlen. (: Liebe Grüße, Nadim für
das Jurafuchs-Team
kithorx
13.6.2025, 13:43:40
Jura-Uhu
23.11.2025, 18:04:26
@[
Nadim Sarfraz](302604) Der
Anspruch auf Grundbuchberichtigungwird gem. § 1001 S. 1 BGB fällig, wenn der Eigentümer die Sache wiedererlangt hat. Den Besitz an dem Grundstück hat der Eigentümer im Fall
jawiedererlangt, er hat nur noch nicht die Buchposition zurück. Nach dem Wortlaut von § 1001 S. 1 wäre der Anspruch auf Verwendungsersatz fällig.
Daher müsste man streng genommen auch § 1001 S. 1 BGB analog anwenden, um die Fälligkeit des Verwendungsersatzes zu verneinen und mit einer Analogie von § 273 Abs. 2 BGB
dann eine ein Zurückbehaltungsrecht trotz fehlender Fälligkeit annehmen. Oder?
Nadim Sarfraz
23.11.2025, 20:19:58
Hi @[Jura-Uhu](330546), genau, im Falle von § 1001 S. 1 BGB passt - wenn
§ 894 BGBAusgangsanspruch ist - der Wortlaut wieder nicht ganz,
daher müsste man diesen mit der hL - wie Du richtig sagst - ebenfalls analog heranziehen, um die Fälligkeit zu bestimmen. Auch im Hinblick auf § 273 Abs. 2 BGB stimme ich Dir zu -
das beruht letztlich auf den gleichen Ge
danken wie im Kommentar oben. Liebe Grüße, Nadim für
das Jurafuchs-Team
AngeD
31.5.2025, 10:39:55
Frage mich, wer denn die Zwangsvollstreckung betrieben hat ohne den Eigentümer zu ermitteln bzw.
davon in Kenntnis zu setzen. Mmn ist doch eigentlich derjenige Verursacher dieser misslichen Lage, der ungeprüft
das Grundstück versteigert hat, also vermutlich der Staat. Nach meinem Gerechtigkeitsempfinden sollte dieser den B entschädigen und auf Wunsch der V die Beseitigungskosten tragen.
AngeD
31.5.2025, 20:31:45
Ich befürchte,
dass auch hier juristisch fünfmal um die Ecke ge
dachte Begründungen gefunden wurden, warum der Staat mal wieder nicht haftet… gab kürzlich einen interessanten Fall: https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/landgericht-wuppertal-sek-urteil-102.amp … ähnlich kaum noch nachvollziehbar weshalb eine Amtshaftung verneint wird. Ist schon seltsam was dem Bürger alles für Kenntnisse, Wissensstände und Aufbewahrungspflichten abverlangt werden, während sich der Staat immer mehr heraus nimmt und nie jemand z zur Rechenschaft gezogen wird.
Kati_9
9.6.2025, 10:26:29
Es lohnt sich die vorangegangene Entscheidungen zu recherchieren. Der Eigentümer hatte wechselnde Anschriften im Ausland, was die Zustellung im Zwangsvollstreckungsverfahren erschwert hat. Letztendlich hat aber
das Gericht nicht ausreichend nachgeforscht. Ein Amtshaftungsverfahren gegen
das Land Brandenburg müsste auch schon laufen bzw. gab es Gespräche über eine Entschädigung.
Dini2010
19.6.2025, 21:43:54
s Amtshaftungsverfahren läuft auch bereits und
das Land hat einen entsprechenden Anspruch auch bereits be
jaht. Es soll nur erstmal
das Verfahren abgewartet werden (wurde
javom BGH aufgehoben und zurückverwiesen),
dada
s Ergebnis
jadurchaus auch relevant für die Höhe der Zahlungspflicht des Landes ist.
AngeD
18.7.2025, 10:11:23
Zum Zeitpunkt der Verfassung meiner Beiträge befand ich mich im Ausland, so
dass meine Recherche nichts gebracht hat. Umso mehr freut es mich,
dass hier Verantwortung übernommen wurde, um beiden Interessenparteien gerecht zu werden. @[Gigachad1](241559) mir ist schon bewusst,
dass es hier um den
Verwendungsbegriffund
das ZBR geht.
Das hindert mich aber doch nicht
daran zu kritisieren,
dass es überhaupt zur Zwangsversteigerung gekommen ist. Insofern kann ich nicht ganz nachvollziehen weshalb dich mein Kommentar stört.
Dini2010
18.7.2025, 16:31:40
@[AngeD](2266) einer meiner ersten Ge
danken war auch "und haftet der Staat?" 😊 kann Deine Ge
danken über
das eigentliche Thema hinaus also super nachvollziehen. Besides- es würde mich nicht wundern, wenn in einer mündlichen genau sowas
dann gefragt wird. Also zB "wie läuft denn so ein Verfahren überhaupt ab, also ZV und "Rücknahme" Zuschlag etc.", "welche Schwierigkeiten gab es in dem Fall", "haftet der Staat und wenn
ja, wie?". Von
daher finde ich den Blick über den Tellerrand der eigentlichen Thematik, hier also über Verwendungsersatz und ZBR, hinaus, meistens sehr interessant und hilfreich 😉 Und die Tatsache,
dass
jaeinige dir einfach inhaltlich geantwortet haben, zeigt
ja,
dass es mehrere interessiert 😊
AngeD
18.7.2025, 17:17:33
@[Dini2010](109777)
Danke für deine Beitrag! Ich bin auch der Auffassung,
dass Jurafuchs unter anderem wegen seiner Diskussionsbeiträge so wertvoll ist. Manche dort formulierten Beiträge haben mir geholfen Sachverhalte auch mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten und gerade
dadurch ein anderes Verständnis gefördert. Ich fände es schade, wenn man anfangen müsste sich mehrfach zu überlegen etwas zu posten, auch wenn es vtl nicht exakt zum Lerninhalt passt, aus Sorge
dann negativ bewertet zu werden.
Dr. Michael Morbius
19.7.2025, 23:54:59
Deine Kritik
daran,
dass es zur ZVS kam ist voll berechtigt (wobei hier auch
das Problem war,
dass der ET im Ausland lebte und postalisch nicht erreichbar war und keine eindeutige Adresse angab), habe mit dem Teil kein Problem gehabt, fand deinen zweiten Kommentar wo es
darum geht wie der Staat "fünf mal um die Ecke juristisch argumentieren wird" wenn
das Gegenteil der Fall war einfach unnötig aufhetzerisch und spekulierend
AngeD
20.7.2025, 12:22:16
Ich wollte bestimmt niemanden aufhetzen oder gar beleidigen und bin auch erleichtert,
dass die Familie in diesem Fall entschädigt wird. Es ist meine subjektive Meinung beruhend auf anderen Entscheidungen wie zB der dort verlinkten,
dass sich der Staat (leider) viel zu oft seiner Verantwortung entzieht mit teils fragwürdigen Begründungen.
Das
darf selbstverständlich jeder anders sehen und ist herzlich eingeladen seine Sicht
dazu kundzutun.
Dann aber bitte auch direkt so,
dass man versteht, woran sich jemand gerade stört. Ich bin froh,
dass ich mit den Beiträgen der anderen auf dem Laufenden gehalten werde und sich meine Befürchtung hier nicht bestätigt hat :-)
Dini2010
20.7.2025, 13:31:02
s sehe ich genauso. ich kann diese Aussage, es sei "unnötig aufhetzerisch und spekulierend", zu sagen, man befürchtet, der Staat würde wieder fünfmal um die Ecke juristisch argumentieren, überhaupt gar nicht nachvollziehen. Abgesehen
davon, war die Kritik nicht auch initial,
dass die Frage nach einer Haftung des Staates doch leicht selbst recherchierbar und ab vom Thema sei? Verstehe diesen Wechsel schon nicht, wieso
das plötzlich doch kein Problem ist, sondern der zweite Post
das Problem ist 😉 "Aufhetzerisch" ist an dieser Aussage aber so gar nichts. Wie oft wird mit an den Haaren herbeigezogenen Argumenten seitens des Staates argumentiert. Ich selbst kann
das aus eigener Erfahrung bestätigen (nein, keine eigene Betroffenheit, sondern durch den Auftrag, Gutachten vorzubereiten, um eben solche Ansprüche "wegzubügeln"). Bei Sachverhalten, wo jeder sofort sagen würde "also
damuss doch
jetztder Staat/
das Land etc haften?", werden wilde und teils fragwürdige juristische Argumentationen ausgepackt,
das geht in der kleinen Kommune los und endet beim Staat. Und es kommt
jaauch immer wieder mal vor,
dass klageabweisende Urteile in der nächsten Instanz kassiert werden, zu Ungunsten des Staates. Es sagt doch niemand,
dass dies stets und ständig so ist. Man mag vielleicht tatsächlich sagen, es ist Spekulation,
davon auszugehen, der Stast bzw
das Land würde in diesem Falle auch so handeln, zumal es hier
jatatsächlich mal anders war. Aber von "unnötig aufhetzerisch" zu sprechen ist doch echt drüber, vor allem wen und wofür überhaupt? Wenn man sich
jetztschon für die bloße Tatsache,
dass man lediglich befürchtet, der Staat könne abenteuerlich argumentieren (wie es
jaauch diverse Anwälte Privater tun), direkt eine solche Kritik einfängt,
dann mag irgendwann wirklich nur noch der hartgesottene Teil seine Fragen, Ge
danken und Meinungen hier abgeben. Und man kann doch auch auf eine erste Kritik hin einfach mal sagen "ok, hab ich von der Seite aus gar nicht betrachtet,
dass es trotz Themas ZBR etc sinnig sein könnte, über den Hintergrund der Versteigerung zu sprechen", statt sich
dann einfach nen anderen, neuen Kritikpunkt zu suchen 😉 Ich fand die Kommentare von AngeD völlig in Ordnung. Und nur nebenbei: wie oben schon jemand schrieb, ganz so einfach war es
dann nicht,
dass der Eigentümer nicht erreichbar war durch falsche/nicht eindeutige Adressen. Dem ganzen lag eine unzureichende und fehlerhafte Recherche des Amtsgerichts zugrunde, in der Kürze 😉
Dini2010
20.7.2025, 13:35:00
@[Gigachad1](241559) aber eins muss ich echt mal Positiv anmerken: Du formulierst Deine Kritik wenigstens!
Das finde ich, auch wenn ich sie absolut nicht teile, großartig. Häufig wird nur "feige" anonym ein 👎
dagelassen, statt einfach mal mit Worten zu sagen, was einen an dem Kommentar stört. Von
daher finde ich es super, wenn jemand seine negative Kritik auch wirklich mal formuliert 👏
AngeD
20.7.2025, 14:24:21
s führt uns zu dem neuen, aber ebenfalls gesellschaftlich aktuellen Thema des Meinungsaustausches. Es ist so wichtig auch andere Meinungen aushalten zu können, ohne jemand anders denkenden herabzuwürdigen oder in seiner Gesamtheit als Mensch abzuwerten.
Damüssen wir wirklich aufpassen und sind allesamt in der Verantwortung
darauf zu achten, wie wir miteinander sprechen und ob unsere Aussagen andere
dazu ermutigen sich an Diskussionen zu beteiligen, oder ob wir andere
dadurch ausschließen. Besonders als angehende Juristen sollten wir es natürlich noch besser wissen, wie man „gesund streitet“ bzw. sich austauscht. Insofern bin ich auch @[Gigachad1](241559) für seinen Denkanstoß
dankbar. Evtl. hätte ich meine Meinung noch sachlicher formulieren können. So oder so fördert es die eigene Achtsamkeit mit dem Umgang der eigenen Ausdrucksweise und hält über die Entwicklung des Falles auf dem Laufenden. Zudem freue ich mich,
dass andere ihre Empfindungen und Erfahrungen wie z.B. @[Dini2010](109777) zum Verantwortungsbewusstsein des Staates teilen. Nur so haben wir doch die Chance mal aus unserer Bubble zu kommen und abzugleichen, ob unsere subjektiven Erfahrungen mit denen anderer übereinstimmen. Alleine
dafür finde ich Jurafuchs einfach wundervoll!
AngeD
20.7.2025, 14:35:29
@[Dini2010](109777) Deine Ansicht ist besonders spannend, denn du sitzt
jada
nn sozusagen mit an der Quelle und erhältst die Weisung „solche Ansprüche wegzubügeln“.
Das finde ich so schade, insbesondere beim Staat der doch eigentlich einen Schutzauftrag ggü seinen Bürgern hat und auch ein gewisses Vertrauen für sich beansprucht.
Das ist eine Entwicklung, die ich in den letzten
Jahren leider auch zunehmend beobachte und es führt zu erheblichem Vertrauensverlust und Frust und
dass nicht jeder sein Recht wahrnimmt. Statt alles immer erst vor Gericht erstreiten zu müssen, könnte der Staat auch mal aus der Position des Stärkeren heraus einfach mal zugeben, wenn er etwas verbockt hat und es gut sein lassen.
Dini2010
20.7.2025, 14:56:43
Auch wenn wir etwas vom Thema abgedriftet sind 😂: aber
das Thema, andere Meinungen zu zu lassen ist tatsächlich heutzutage schwieriger denn je, finde ich. Umgekehrt auch Kritik und der Umgang mit ihr. Sachlich Kritik zu üben und umgekehrt eine solche auch annehmen und diskutieren zu können,fällt vielen zunehmend schwer (explizit NICHT bezogen auf die Kommentare hier!!). Kritiker werden teilweise direkt als links,rechts,grün,antisemitisch weiß der Geier abgestempelt. Und die Kritisierten nehmen vieles als persönlichen Angriff. Und was
das Thema Verantwortung angeht: auch
das nimmt doch überall ab. Der Chef schiebt es auf die Angestellten, die eine Partei auf die andere, der Minister auf seine Sekretäre usw. Früher sind Rücktritte wegen fast schon Belanglosigkeiten erfolgt, heute können sich manche Positionen gefühlt fast alles erlauben. Verantwortung gleich Null und im Zweifel hat man es
jagar nicht gewusst. @[AngeD](2266)
Danke. Zum Glück war mein Auftrag nur vorbereitende Gutachten zu erstellen.
Das ist immer schwierig, einerseits kann man natürlich nicht alles, was nur nach Amtshaftung (oder auch anderweitig
Schadensersatz) riecht, direkt anerkennen. Andererseits gibt es Fälle, die recht eindeutig wirken, und
datue ich mich echt schwer bzw hab es getan,
dann Argumente zu suchen, wie man
das argumentativ vom Tisch bekommt. Tw.liest man
dann
jaauch Begründungen, wo in einer Klausur "noch vertretbar, aber abwegig" am Rande stünde. Umso besser finde ich es, um mal den Schwenk zum eigentlichen Thema zurück zu machen,
dass
das Land in dem Fall hier ziemlich direkt den Anspruch anerkannt hat 😊
Dr. Michael Morbius
20.7.2025, 16:25:05
nke euch auch für den Austausch, ich will auch
jetztnicht sagen eure Ge
danken wören unbegründet, verstehe natürlich worauf ihr euch bezieht und
das Problem tatsöchlich existiert. Ich wollte mich nur auf diesen Fall hier beziehen und bin zugegebenermaßen auch sehr sensibel was
das Thema angeht, vor allem weil die Frage nach der Amtshaftung bei meiner Recherche instinktiv
das erste war woran ich ge
dacht hatte und ich es gleich nachgeschaut habe, aber schon klar,
dass sich nicht jeder so intensiv mit dem Fall auseinandergesetzt hat und
dann ist
das
jetztauch nicht völlig abwegig
das zu vermuten, vor allem wenn der Jurafuchs Fall hier keinen Bezug
darauf nimmt. Euch weiterhin alles Gute, man sieht sich bestimmt wieder unter irgendeiner Kommentarspalte :D
Dini2010
20.7.2025, 16:28:44
@[Gigachad1](241559)
DAS nenne ich mal einen am Ende doch insgesamt konstruktiven Austausch 😊 und ich hoffe doch, man sieht sich in einer anderen Kommentarspalte wieder 🤗
Christopher
31.5.2025, 18:07:27
verstehe hier im Fall die Formulierung "Der BGH lässt es genügen, wenn die
Vindikationslagespäter eintritt, um den redlichen (noch) berechtigten Beisitzer nicht besser zu stellen, als den redlichen Besitzer, der noch nie berechtigt war." nicht. Im Fall ist B doch der redliche noch-berechtigte Besitzer (er war auch materiell-rechtlich) Eigentümer als er die Verwendung vornahm. Würde man auf den Zeitpunkt der Vornahme der Verwendung abstellen, so würde hier keine
Vindikationslagevorliegen und B hätte keinen Anspr aus
996 BGB. Indem aber auf den späteren Zeitpunkt abgestellt wird, wird er
janun besser gestellt,
daer einen anspr aus 996 hat ??
Mandy
3.6.2025, 12:58:17
hallöchen, also ich habe
das so verstanden,
dass durch den rechtskräftigen Beschluss, der den Zuschlag aufgehoben hat, dieser seine Wirkung rückwirkend verliert, d.h. Der Zuschlag wird zumindest rechtlich so behandelt, als wäre er nicht erteilt worden. Durch diese Rückwirkung ist K also nicht Eigentümer geworden, so
dass ein EBV zum Zeitpunkt des Hausbaus vorlag. Und zur Ansicht des BGH,
dass auch eine
Vindikationslageausreicht, wenn sie erst zum Zeitpunkt der Herausgabe vorliegt:
Darin liegt der Ge
danke,
dass dem redlichen Besitzer, der nie ein Recht zum Besitz hatte, grds. Ein Verwendungsersatzansoruch zustünde (
daEBV +) und
daher besser gestellt würde, als derjenige, der ursprünglich ein Besitzrecht hatte,
das aber später, d.h. Nach Vornahme der Verwendung, weggefallen ist. Dieser hätte nämlich
dann keinen
Verwendungsersatzanspruch. Dies wird als unbilliges Ergebnis angesehen, so
dass der BGH
daher den Zeitpunkt nach hinten verlegt, in dem ein EBV vorliegen muss. Hier noch ein kleines Beispiel: M mietet ein Auto von V, als er auf der Landstraße unterwegs ist, leuchtet die Öl-Lampe auf und zeigt einen niedrigen Ölstand an. M kauft neues Öl und füllt es nach. Konstellation 1: der Mietvertrag zw. V und M ist nichtig, d.h. Zum Zeitpunkt der Verwendung EBV (+),
daV Eigentümer, M Besitzer ohne Recht zum Besitz,
daMietvertrag (-). Heißt er bekommt die (nützlich) Verwendung ersetzt. Konstellation 2: der Mietvertrag ist wirksam, wird jedoch nach dem Öl-Nachfüllen ordentlich durch V gekündigt. Im Zeitpunkt der Verwendung lag kein EBV vor,
daV zwar Eigentümer und M Besitzer ist, aber M aufgrund des Mietvertrags zum Zeitpunkt der Verwendung ein Recht zum Besitz hat. Ich hoffe
das hilft weiter
Sahara 77
5.6.2025, 15:44:10
jonas0108
1.6.2025, 13:10:21
Linne Hempel
5.6.2025, 11:09:26
Hallo jonas0108, vielen
Dank für dein Lob! Deine positive Rückmeldung motiviert uns, weiterhin unser Bestes zu geben. Beste Grüße,
Linne Hempel, für
das Jurafuchs-Team
Honey-bee
2.6.2025, 14:28:21
Hallo, kurze Verständnisfrage: Wo verorte ich ich in der Prüfung des § 894 den § 1004 I S. 1 richtig? Unter (IV.) Keine Einwendungen/Einreden (genauso wie § 996)? (unter Verwendung des allg. Schemas des § 894 von jura fuchs) Wäre
das richtig? :)
Leo Lee
19.6.2025, 11:14:28
Hallo Honey-bee, vielen
Dank für die sehr gute und wichtige Frage! Der 1004 war in dieser Entscheidung in der Tat ein eigenes Begehren. D.h. der 1004 war "alleine" also losgelöst zu prüfen. Hierzu kann ich den Tatbestand der entspr. Entscheidung sehr empfehlen (bei 2. findest du
das Begehren: https://lorenz.userweb.mwn.de/urteile/vzr153_23.htm) :)! Liebe Grüße – für
das Jurafuchsteam – Leo
Dini2010
19.6.2025, 21:58:27
Hi, war es nicht so,
dass de BGH den § 1004 quasi (auch) im Rahmen des § 996 geprüft hat? Die Frage
dahinter war, meine ich, ob ein Anspruch auf Beseitigung des Wohnhauses (§ 1004 I 1) die Nützlichkeit der Verwendung entfallen lassen würde (durch Entfallen der Werterhöhung des Grundstücks). Sprich, wenn § 1004 I 1 (+),
dann § 996 (-). Man würde es in einer Klausur nur nie so inzident prüfen, sondern einen separate AGL
daraus machen. Oder bin ich
dafalsch abgebogen ge
danklich?
indubioprokrastinieren
27.8.2025, 14:42:41
Verständnisfrage: Zu dem Problem des Vorliegens der
Vindikationslagebeim Geltendmachen des § 273: Streitet man hier quasi über den Wortlaut des § 1001 ? Also ob man der VerwendungsersatzAS erst entsteht (und somit erst
dann § 273 geltend gemacht werden kann), wenn der Eigentümer die Sache als solche zurückerlangt hat oder schon vorher? Oder was ist genau
das Problem dort?
pactasuntservanda04
3.6.2025, 18:12:13
Gibt es eigentlich eine Frist,
dass der V irgendwann keine Beschwerde mehr gegen die Zwangsvollstreckung einlegen kann?
Hille93
21.7.2025, 14:24:18
Ich tue mich immer etwas schwer einen exakten Tenor zu formulieren; könnte der ungefähr so lauten: "Die Beklagte wird verurteilt, die Eintragung des Grundstücks Gemarkung …, Flurstück-Nr. ..., Str., zu Eigentum des Klägers in
das Grundbuch zu bewilligen Zug um Zug gegen Zahlung von € 500.000." vllt ergänzend "und
das vorbezeichnete Grundstück an den Kläger herauszugeben" orientiert an: OLG München, Urteil vom 16. Mai 2018 – 20 U 2903/17 –, juris
Foxxy
22.7.2025, 16:11:04
Linne Hempel
13.10.2025, 16:36:58
Nijntje
24.1.2026, 21:26:56
Wieso beginnt man hier direkt mit der Prüfung des 894? Ich hätte diesen irgendwie versucht inzident in den 985 reinzuprüfen, also wer ist überhaupt Eigentümer,
dann
darin den 894,
dann 985 weiter und im rahmen der rechtsfolge
dann vermutlich 996. Wäre
das komplett falsch oder vertretbar? Ich verstehe den Fall inhaltlich gut und auch der Streit um die Verwendungen ist auch echt verständlich,
danke
dafür! Aber der Aufbau ist für mich schwer nachzuvollziehen🙈
Foxxy
24.1.2026, 21:27:41
Kurzantwort: Dein Aufbau ist vertretbar, aber hier weniger treffsicher. In der Klausur solltest Du anspruchsbezogen prüfen: Was wird begehrt? Hier verlangt V ausdrücklich die Zustimmung zur Grundbuchberichtigung –
das ist
§ 894 BGB. Deswegen beginnt man mit § 894 und klärt innerhalb dieses Anspruchs alle Einreden, insbesondere
das Zurückbehaltungsrecht wegen Verwendungsersatz (§ 273 Abs. 2 i.V.m.
§ 996 BGB). § 985 BGB (Herausgabe) ist ein anderer Streitgegenstand und wird nur geprüft, wenn er (hilfsweise) beantragt ist. Warum § 894 zuerst? - Anspruchsbezogenheit: Der Klageantrag lautet auf Zustimmung zur Grundbuchberichtigung.
Dann ist § 894 die einschlägige Anspruchsgrundlage. Eigentum klärst Du
dabei als Vorfrage (Unrichtigkeit des Grundbuchs). - Problemfokus: Die spannenden Punkte (
weiter Verwendungsbegriff, Nützlichkeit, Einwand aus § 273 Abs. 2) stellen sich gerade als Einrede gegen § 894. Für die Berichtigung steht
§ 1000 BGBnicht zur Verfügung; hier läuft die Zurückbehaltung über § 273 Abs. 2 BGB – genau
das hebt der BGH hervor (NJW 2025, 1486, Rn. 42 ff., 55 f.). - Prozessuale Konsequenz: Be
jahst Du die Einrede, musst Du Zug-um-Zug tenorieren (§ 274 Abs. 1 BGB). Ist Dein Vorschlag „§ 985 zuerst und
darin § 894 inzident“ falsch? - Nicht falsch, aber methodisch unsauber, wenn nur § 894 begehrt wird. § 894 ist keine Tatbestandsvoraussetzung des § 985; im Rahmen von § 985 prüfst Du zwar Eigentum (hier über §§ 89, 90 Abs. 1 ZVG; rückwirkender Eigentumsfortbestand nach rechtskräftiger Aufhebung, BGH Rn. 12, 18), aber nicht den Berichtigungsanspruch selbst. - Sinnvoll wäre die „§ 985 zuerst“-Variante, wenn V kumulativ oder hilfsweise Herausgabe verlangt.
Dann: 1) § 985 (
Vindikationslage; Einrede aus
§ 1000 BGBi.V.m. § 996), 2)
daneben oder hilfsweise § 894 (mit § 273 Abs. 2 als Einrede), 3) ggf. § 1004 diskutieren; der BGH lässt § 1004 nicht zu, um den Verwendungsersatz beim redlichen Besitzer zu unterlaufen (Rn. 55 f.). - Praktischer Nachteil Deines Weges hier: Du würdest die EBV-Probleme zweimal variieren (einmal mit § 1000 zu § 985, einmal mit § 273 Abs. 2 zu § 894) oder müsstest sauber begründen, warum Du trotz andersartiger Einredewege nur einmal entscheidest. Empfohlene Prüfungsreihenfolge in diesem Fall 1)
§ 894 BGB: Unrichtigkeit (wegen rückwirkender Aufhebung des Zuschlags, § 90 Abs. 1 ZVG; BGH Rn. 12, 18), Aktiv-/Passivlegitimation. 2) Durchsetzbarkeit: Einrede aus § 273 Abs. 2 BGB wegen Verwendungsersatz
§ 996 BGB: - Verwendung:
weiter Verwendungsbegriffbe
jaht (BGH gibt engen Begriff auf; Wortlaut/Systematik/Historia/Telos, Rn. 29–37). - Nützlichkeit: objektive Verkehrswerterhöhung maßgeblich (nicht subjektive Zweckvorstellungen des Eigentümers), Rn. 42 ff. 3) Kein Durchbrechen über
§ 1004 BGB: Beseitigung kann dem redlichen Besitzer nicht entgegen § 996 aufgegeben werden (Wertungswiderspruch zu §§ 993 Abs. 1 Hs. 2,
989 BGB; Rn. 55 f.). 4) Ergebnis: Zustimmungspflicht aus § 894, aber nur Zug um Zug gegen Zahlung des Verwendungsersatzes. Merksatz: Immer vom Antrag her denken. Wird Grundbuchberichtigung begehrt, führt der sichere Weg über § 894; EBV-Fragen kommen als Einreden „hinein“. Wird Herausgabe begehrt, führt der Weg über § 985;
dann lebt die Zurückbehaltung primär über § 1000. In einer Klausur mit beiden Anträgen kannst Du mit § 894 beginnen (Status klären) und
danach § 985 prüfen – oder umgekehrt –, wichtig ist nur, die unterschiedlichen Einredegrundlagen (§ 273 Abs. 2 vs. § 1000) sauber zu trennen.
Carox
26.1.2026, 14:16:00
Rechthaber in Ausbildung
26.1.2026, 15:13:48
In Niedersachsen auch (wahrscheinlich gleiche Klausur)
alina2765
27.1.2026, 13:11:54
Glaubt ihr,
dass diese Rechtsprechung
dann für andere Bundesländer ausgeschlossen ist? In Hessen schreiben wir Ende Februar
das erste Examen und unser Professor meinte,
dass diese Rechtsprechung sehr wichtig sei.
Jetztbin aber unschlüssig, wenn es schon in NRW und Niedersachsen lief. Was meint ihr?
Nijntje
27.1.2026, 21:29:13
In Sachsen-Anhalt lief es gestern auch in ZR I in abgewandelter Form :)
Gina
8.2.2026, 10:17:27
@[alina14](231549) Ich persönlich würde es vielleicht für die entsprechenden Termine in den Bundesländern, in denen es bereits gelaufen ist, als Schwerpunkt für unwahrscheinlich halten. Wenn es in Hessen noch nicht lief, würde ich nicht
darauf schließen und es mir wegen der Examensrelevanz zur Sicherheit durchlesen. Finde es eh sehr schwierig Themen pauschal ausschließen zu können. Ganz viel Erfolg dir!!!
alina2765
12.2.2026, 09:19:19
alina2765
12.2.2026, 09:21:14
@[Carox ](293795) war der Fall stark abgewandelt ? Kannst du vielleicht kurz euern Sachverhalt schildern? Wäre sehr lieb:)
Carox
12.2.2026, 11:07:13
@alina14 der Sachverhalt war schon stark abgewandelt, ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich stelle es mal stark vereinfacht
dar: A wollte
das Grundtück X erwerben und dieses Grundstück grenzte direkt an
das Grundstück Y, welches jedoch nur aus einer Wiese bestand. A
dachte,
das Grundstück Y gehöre zu X, er wusste also nicht,
dass er nur Eigentum an dem Grundstück X erwirbt. Er baute
dann im Laufe der Zeit auf dem Grundstück Y eine Garage und wusste wie gesagt nicht,
dass
das Grundstück Y im Eigentum des E steht, der auf einer langen Reise war. Irgendwann löste sich alles auf und E wollte
dann von A die Herausgabe des Grundstücks Y (was ihm
jagehörte).
Dann habe ich geprüft, ob A Eigentümer von dem Grundstück wurde, dies habe ich
dann verneint und
dann kam man über „Recht zum Besitz/Zurückbehaltungsrecht“ zu dem Problem des 994,
996 BGB. Im wesentlichen war es also der Streit, welcher in diesem Fall behandelt wurde, der so dran kam. Ich hoffe,
das konnte helfen!
alina2765
12.2.2026, 11:26:55
Satu_
17.2.2026, 09:45:44
Kann mir jemand sagen was in dem Durchgang noch so drankam? :) Ich schreibe nächste Woche und bin neugierig!
Jessica
17.2.2026, 20:41:56
@[Satu_](335436) @[Billy123](193367) sagt gerne mal bescheid was dran kam, Bawü is in 2 wochen dran
mariexx1
22.2.2026, 23:22:22
bitte, sagt gerne was noch dran kam, besonders auch Öffrecht 🫶🏼
Billy123
24.2.2026, 15:00:52
Kam heute in Z2 Klausur Hessen , stark abgewandelt aber mit ner fetten Prise Erbrecht. Aber fragt lieber jemanden der es gerafft hat ;)
Billy123
24.2.2026, 17:56:42
Gerne :) , und viel Erfolg 🍀 ✌️👍
Kind als Schaden
24.2.2026, 18:48:36
Habe heute in RLP geschrieben und es ging zwar um Verwendungen und auch eingebettet ins Erbrecht (Vermute
daher gleiche Klausur wie Hessen), allerdings wurde kein Haus gebaut oder ähnliches, sondern es wurde lediglich ein
Dachboden ausgebaut. Insoweit war der Streit nicht deart relevant wie beim Hausbau-Fall. Stattdessen wurde im Sachverhalt viel von den Parteien vorgetragen, ob der Ausbau denn nützlich für den Eigentümer ist -> der fährt Rollstuhl und kann den
Dachausbau nicht nutzen,
dakein Fahrstuhl installierbar im Haus ist.
Billy123
24.2.2026, 18:49:44
Ok war die gleiche Klausur ;) 😂😂
Jessica
24.2.2026, 19:27:51
Gina
24.2.2026, 23:41:59
@[Jessica](248874) kann ich bestätigen.
Das war eine von mehreren Verwendungen und auch nur der erste von zwei Fällen.
Satu_
25.2.2026, 12:47:52
Für die, die interessiert was noch drankam: Z1 in NRW war auch Erbrecht und digitale Verträge (?),
daging es um ein mit einem Chatbot aufgesetztes Testament. Frage 1 war wer welchen Teil vom Erbe bekommt und Frage 2 ob einer der Erben einen
Schadensersatzanspruch gegen die Firma hinter dem Chatbot hat, weil dieser die Testamentierende seiner Meinung nach schlecht beraten hat und er deswegen weniger Erbe bekommen hat. War ganz wild..
Jessica
25.2.2026, 12:50:13
Kind als Schaden
25.2.2026, 15:08:18
@[Satu_](335436) Es war komplett geisterkrank. Noch nie sowas kompliziertes gesehen.
Jessica
25.2.2026, 15:11:48
@[Kind als
Schaden](207572) @[Satu_](335436) hättet ihr Lust zu erzählen was ihr gemacht habt? Wenn nicht auch kein problem natürlich:)
Tim Gottschalk
12.3.2026, 23:30:41
Hallo Carox , vielen
Dank für Deinen Hinweis! Es ist großartig zu hören,
dass einer unserer Fälle tatsächlich im Examen dran kam. Wir haben diese Information notiert und werden sie in unserer App entsprechend kennzeichnen, um die Examensrelevanz für die Community sichtbar zu machen. Deine Rückmeldung hilft uns, die Vorbereitung für alle Nutzer zielgerichteter zu gestalten und die Qualität unserer Inhalte stetig zu verbessern. Wir werden diesen Thread als erledigt markieren, sobald die Kennzeichnung in der App sichtbar ist. Beste Grüße, Tim Gottschalk, für
das Jurafuchs-Team
TheSpecialOne
26.1.2026, 16:57:01
Lief heute im ersten Examen in Sachsen-Anhalt + ob der Abriss verlangt werden kann
Tim Gottschalk
12.3.2026, 23:30:11
Hallo TheSpecialOne, vielen
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InDubioProLeo
26.1.2026, 18:53:52
Lief heute im Examen in Niedersachsen.
Tim Gottschalk
12.3.2026, 23:30:07
Hallo InDubioProLeo, vielen
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alina2765
27.1.2026, 15:11:36
Glaubt ihr,
dass diese Rechtsprechung
dann für andere Bundesländer ausgeschlossen ist? In Hessen schreiben wir Ende Februar
das erste Examen und unser Professor meinte,
dass diese Rechtsprechung sehr wichtig sei.
Jetztbin aber unschlüssig, wenn es schon in NRW und Niedersachsen lief. Was meint ihr?
Nadja
31.1.2026, 17:31:51
Tim Gottschalk
12.3.2026, 23:29:55
Hallo Nad
ja, vielen
Dank für Deinen Hinweis! Es ist großartig zu hören,
dass einer unserer Fälle tatsächlich im Examen dran kam. Wir haben diese Information notiert und werden sie in unserer App entsprechend kennzeichnen, um die Examensrelevanz für die Community sichtbar zu machen. Deine Rückmeldung hilft uns, die Vorbereitung für alle Nutzer zielgerichteter zu gestalten und die Qualität unserer Inhalte stetig zu verbessern. Wir werden diesen Thread als erledigt markieren, sobald die Kennzeichnung in der App sichtbar ist. Beste Grüße, Tim Gottschalk, für
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Rayns29
7.2.2026, 11:14:13
Könnte man bei dem Anspruch gem. § 1004 I S. 1 noch die
Usurpationstheorieansprechen ? Womöglich hat der Grundstückseigentümer
jaauch Eigentum an dem Haus gem. § 946 erlangt, so
dass gemäß der
Usurpationstheoriekeine Störung iSd § 1004 I vorliegt?
Foxxy
7.2.2026, 11:14:52
Kurzantwort:
Ja, man kann die
Usurpationstheorieansprechen – sie ist aber abzulehnen und für die Lösung hier nicht tragend. Maßgeblich ist der Vorrang des EBV vor
§ 1004 BGB; ein Beseitigungsanspruch scheidet deshalb aus. Einordnung der
Usurpationstheorie- Inhalt: Wer auf fremdem Grund baut, „usurpiert“ nicht
das Eigentum des Grundstückseigentümers; vielmehr erlangt dieser kraft Gesetzes Eigentum am Bauwerk/den Baustoffen (
wesentliche Bestandteile, §§ 93, 94; Eigentumszuordnung an der Hauptsache, teils mit § 946/§ 950), so
dass – so die Theorie – keine Eigentumsbeeinträchtigung i.S.v. § 1004 I BGB vorliege. - Heutiger Stand: Die h.M. und die Rechtsprechung verwerfen die
Usurpationstheorie. Auch wenn der Eigentümer
das Bauwerk kraft Gesetzes als wesentlichen Bestandteil erlangt, ist die
unbefugte Bebauung ein Eingriff in seine
Sachherrschaftund Dispositionsfreiheit. Eine Eigentumsbeeinträchtigung i.S.v. § 1004 I BGB ist grundsätzlich zu be
jahen. Entscheidend hier: Vorrang des EBV vor § 1004 - BGH, Urteil vom 13.03.2025 – V ZR 153/23 (NJW 2025, 1486, „
Rangsdorfer Hausdrama“): Der Beseitigungsanspruch aus § 1004 I S. 1 BGB
darf gegenüber dem redlichen Besitzer nicht eingesetzt werden, um die Wertungen des EBV zu unterlaufen. Es wäre ein Wertungswiderspruch, dem redlichen Besitzer einerseits keinen
Schadensersatz für den Abriss aufzuerlegen (§§ 993 I HS. 2, 989), ihn andererseits aber zur Beseitigung des von ihm errichteten
Gebäudes zu zwingen (Rn. 55 f.). - Konsequenz: § 1004 I S. 1 ist im Ergebnis gesperrt; der redliche Besitzer hat Verwendungsersatz nach
§ 996 BGB,
daneben Zurückbehaltungsrecht (§ 273 II, regelmäßig auch § 1000). Der Eigentümer kann die Sache nur Zug um Zug gegen Ersatz zurückverlangen. Eine
Wegnahmepflicht des Besitzers wird abgelehnt; § 997 BGB gewährt nur ein
Wegnahmerecht, nicht eine Pflicht. Anwendung auf den Fall - Auch wenn V kraft §§ 94 ff. (ggf. i.V.m. § 946/§ 950) Eigentum an dem Haus/Baustoffen hat, bleibt die Errichtung eine Eigentumsbeeinträchtigung dem Grunde nach. Die
Usurpationstheorieträgt
daher nicht. - Gleichwohl scheitert ein Beseitigungsanspruch aus § 1004 I S. 1 aus Gründen des EBV-Vorrangs (BGH V ZR 153/23, Rn. 55 f.). B kann die Zustimmung zur Grundbuchberichtigung bis zur Zahlung des objektiven Verwendungsersatzes (§ 996) zurückbehalten (§ 273 II; i.E. Zug-um-Zug-Verurteilung, § 274 I). Examenshinweis - Man kann die
Usurpationstheorieknapp erwähnen und verwerfen („h.M./BGH lehnen ab; Bebauung ist Störung“). Der Schwerpunkt liegt so
dann bei der
Sperrwirkung des EBVund der Verwendungs-/Zurückbehaltungsrechte.
nmew
21.2.2026, 21:16:27
Es wird hier leider nur wenig geprüft im Vergleich zum Originalfall. Nicht nur § 985 ist relevant, sondern auch zB § 812 I 1 Alt. 1, Ansprüche auf
Nutzungsersatzetc. Wäre super wenn
das noch eingearbeitet wird,
danke
pactasuntservanda04
24.2.2026, 00:35:59
Foxxy
24.2.2026, 00:36:34
Kurzschema zu § 90 ZVG (Eigentumserwerb durch Zuschlag) - Anwendungsbereich: - Zwangsversteigerung eines Grundstücks oder eines grundstücksgleichen Rechts -
Zuschlagsbeschlussergangen und verkündet - Wirksamkeit des Zuschlags: - Zuschlag wird mit der Verkündung wirksam (§ 89 ZVG) - Kein rechtskräftiger Aufhebungsbeschluss: - Eigentumserwerb des Erstehers nur, wenn der
Zuschlagsbeschlussnicht im Beschwerdeweg rechtskräftig aufgehoben wird (§ 90 Abs. 1 ZVG) - Wird der Zuschlag im Beschwerdeweg rechtskräftig aufgehoben, entfällt der Eigentumserwerb rückwirkend auf den Zeitpunkt der Zuschlagsverkündung; bereits erfolgte Grundbucheintragung wird
dadurch unrichtig (BGH, NJW 2025, 1486 – V ZR 153/23, Rn. 12) - Rechtsfolge bei wirksamem Zuschlag (ohne Aufhebung): - Originärer Eigentumserwerb des Erstehers mit der Zuschlagsverkündung; die spätere Eintragung im Grundbuch hat nur deklaratorische Bedeutung - Umfang des Erwerbs richtet sich nach den Versteigerungsbedingungen und den bestehen bleibenden/erlöschenden Belastungen (geringstes Gebot, Übernahme- und Löschungsanordnung) - Folgefragen im Prüfungszusammenhang: - Bei rechtskräftiger Aufhebung: Grundbuchberichtigung (
§ 894 BGB),
Vindikationslageex tunc (§ 985 BGB) - Bei wirksamem Erwerb: Besitz-, Nutzungs- und Lastenübergang nach den einschlägigen ZVG-Vorschriften; etwaige Ansprüche Dritter nach dem festgestellten Belastungsbestand Examenshinweis: - In Fallkonstellationen zur Grundbuchberichtigung oder zum EBV wird § 90 ZVG typischerweise im Rahmen der Eigentumslage geprüft: „Wirksamer Zuschlag (§ 89)? – Rechtskraft der Aufhebung (§ 90 Abs. 1)? – Rechtsfolge ex tunc bei Aufhebung.“ Der BGH hat klargestellt,
dass es nach Eintritt der Rechtskraft auf die
materielle Rechtmäßigkeitdes Aufhebungsbeschlusses nicht mehr ankommt (NJW 2025, 1486, Rn. 12).
pactasuntservanda04
24.2.2026, 00:48:54
Wie prüft man den Eigentumserwerb vom Zubehör gem 90 ZVG? @[Foxxy](180364)
Foxxy
24.2.2026, 00:49:21
@pactasuntservan
da04: Prüfung des Eigentumserwerbs am Zubehör im Zuschlag - Qualifikation als Zubehör: - Bewegliche Sache, kein wesentlicher Bestandteil (§ 94 BGB) -
Dauerhafte Widmung zum wirtschaftlichen Zweck des Grundstücks (objektiv-funktionale Zuordnung) - Räumlicher Zusammenhang - Gleicher Eigentümer wie
das Grundstück (§§ 97, 98 BGB) - Zeitpunkt: maßgeblich ist der Zustand im Zuschlagstermin - Mitversteigerung und Umfang: - Zubehör wird mit dem Grundstück mitversteigert (§ 55 ZVG), sofern nicht ausdrücklich ausgenommen - Dritt- bzw.
Sicherungseigentum(z.B. Eigentumsvorbehalt,
Sicherungsübereignung) schließt Zubehörqualität aus;
dann kein Eigentumserwerb durch Zuschlag - Eigentumserwerb: - Wirksamer Zuschlag (§ 89 ZVG) führt originär zum Eigentumserwerb am Grundstück und dem mitversteigerten Zubehör (§ 90 Abs. 1 ZVG); keine gesonderte Übereignung/Übergabe erforderlich - Rechtskräftige Aufhebung im Beschwerdeweg lässt den Erwerb ex tunc entfallen; auch der Erwerb am Zubehör fällt rückwirkend weg (BGH, NJW 2025, 1486 – V ZR 153/23, Rn. 12) - Abgrenzungen: -
Wesentliche Bestandteile(z.B.
Gebäude, fest verbundene Anlagen) werden nicht als Zubehör, sondern kraft § 94 BGB mit dem Grundstück erworben - Bleibende Rechte Dritter am Zubehör (Pfandrechte, Sicherungsrechte) bestehen fort; Erwerb erfolgt belastet, soweit
das Recht besteht und nicht erlischt - Praxischeck: - Versteigerungsbedingungen/Geringstes Gebot beachten (etwaige Ausschlüsse) - Bestand und Eigentumslage des Zubehörs im Termin klären; Streit über Zubehörqualität entscheidet der Zivilrichter im Nachgang, nicht der Rechtspfleger im Termin Ergänzend zum Thread: Prüfungsschema § 90 ZVG (Eigentumserwerb durch Zuschlag) - Anwendungsbereich: Zuschlag in der Grundstückszwangsversteigerung ergangen und verkündet - Wirksamkeit des Zuschlags: Zuschlag wird mit Verkündung wirksam (§ 89 ZVG) - Keine rechtskräftige Aufhebung: Eigentumserwerb des Erstehers nur, wenn der
Zuschlagsbeschlussnicht im Beschwerdeweg rechtskräftig aufgehoben wird (§ 90 Abs. 1 ZVG) - Bei rechtskräftiger Aufhebung: Erwerb entfällt ex tunc; Grundbuch wird unrichtig; auf die
materielle Rechtmäßigkeitder Aufhebung kommt es nach Eintritt der Rechtskraft nicht mehr an (BGH, NJW 2025, 1486 – V ZR 153/23, Rn. 12) - Rechtsfolge (bei wirksamem Zuschlag ohne Aufhebung): - Originärer Eigentumserwerb mit Zuschlagsverkündung; spätere Grundbucheintragung hat deklaratorische Bedeutung - Umfang des Erwerbs: Grundstück einschließlich wesentlicher Bestandteile (§ 94 BGB) und mitversteigertem Zubehör (§ 55 ZVG); Erwerb belasteter/unbelasteter Rechte nach Geringstem Gebot/Löschungsanordnung - Folgefragen: - Bei Aufhebung: Grundbuchberichtigung (
§ 894 BGB),
Vindikationslageex tunc (§ 985 BGB) - Bei wirksamem Erwerb: Besitz-, Nutzungs- und Lastenübergang nach ZVG; Prüfung bestehen bleibender Belastungen und Rechte Dritter
pactasuntservanda04
24.2.2026, 00:50:46
Aber es können doch auch schuldner
fremde Sachen erworben werden? Wieso geht es bei Sicherungeigentum u.Ä. nicht? @[Foxxy](180364)
Foxxy
24.2.2026, 00:51:22
@pactasuntservan
da04 Die Unterscheidung ist zweifach: - Schuldnerfremdes Eigentum am Versteigerungsobjekt: In der Grundstückszwangsversteigerung kann der Gläubiger auch in ein Grundstück eines Dritten vollstrecken (dingliche Haftung, z.B. aus Grundschuld). Der Ersteher erwirbt
das Eigentum am Grundstück originär mit Zuschlagsverkündung (§ 90 Abs. 1 i.V.m. § 89 ZVG) – unabhängig
davon, ob der Vollstreckungsschuldner Eigentümer ist. Wird der Zuschlag im Beschwerdeweg rechtskräftig aufgehoben, fällt dieser Erwerb ex tunc weg; auf die
materielle Rechtmäßigkeitder Aufhebung kommt es nach Rechtskraft nicht mehr an (BGH, NJW 2025, 1486 – V ZR 153/23, Rn. 12). - Zubehör: Zubehör wird nur
dann mitversteigert (§ 55 ZVG), wenn es Zubehör i.S.v. §§ 97, 98 BGB ist. Zentrale Voraussetzung ist die Eigentümeridentität: Zubehör muss dem Eigentümer der Hauptsache gehören (§ 97 Abs. 1 BGB). Besteht
Sicherungseigentumoder Eigentumsvorbehalt an einer beweglichen Sache, fehlt diese Eigentümeridentität; die Sache ist
dann schon begriffslogisch kein Zubehör und gehört nicht zum Versteigerungsgegenstand. Folge: Der Ersteher erwirbt
daran kein Eigentum durch Zuschlag. - Abgrenzung zu wesentlichen Bestandteilen: Was wesentlicher Bestandteil des Grundstücks ist (§ 94 BGB) gehört kraft Gesetzes zum Grundstück und wird stets mit erworben; separate Eigentumsrechte Dritter an wesentlichen Bestandteilen sind ausgeschlossen. Bewegliche, nicht fest verbundene Anlagen (z.B. Maschinen) bleiben hingegen selbständig; bei
Sicherungseigentumsind sie kein Zubehör und werden nicht mit übertragen. Zusatz für die Prüfungspraxis zu § 90 ZVG: - Gegenstand des Erwerbs präzise bestimmen: Grundstück einschließlich wesentlicher Bestandteile (§ 94 BGB) und – nur bei Eigentümeridentität – Zubehör (§§ 97, 98 BGB; § 55 ZVG). - Rechtsfolge bei Aufhebung des Zuschlags: Erwerb fällt ex tunc weg; die spätere Grundbucheintragung wird unrichtig, was Grundbuchberichtigung (
§ 894 BGB) und eine rückwirkende
Vindikationslageauslöst (BGH, NJW 2025, 1486 – V ZR 153/23, Rn. 12, 18).
Habersäckle
24.2.2026, 14:42:47
Kam heute eingekleidet in einen erbrechtlichen Fall in der Klausur ZR 2 im hessischen ersten Staatsexamen dran.
erfan armanzadeh
25.2.2026, 08:36:22
Ebenfalls in Rheinland Pfalz
Tim Gottschalk
12.3.2026, 23:24:53
Hallo Habersäckle, vielen
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Ela
24.2.2026, 16:44:39
in Kombination mit ErbR
Gohan
6.3.2026, 15:09:22
Examenstreffer Bayern März 2026 Der Fall kam in abgewandelter Form in der Z3 Klausur im März 2026 in Bayern.
nmew
6.3.2026, 16:49:32
Ihr glücklichen! In Bawü leider nicht gelaufen.
Tim Gottschalk
6.3.2026, 21:16:10
Hallo Gohan, vielen
Dank für Deinen Hinweis! Es ist großartig zu hören,
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das Jurafuchs-Team
nmew
6.3.2026, 16:49:10
Treffer examen bayern
Tim Gottschalk
6.3.2026, 21:14:28
Hallo nmew, vielen
Dank für Deinen Hinweis! Es ist großartig zu hören,
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