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Subjektiver Tatbestand: 49 Fälle & Rechtsprechungen mit Lösung

Auf Jurafuchs Wissen findet Ihr 49 Fälle & Rechtsprechungen mit Lösung zum Thema Subjektiver Tatbestand für die Klausuren- und Examensvorbereitung im Jurastudium und Referendariat.

sachgedankliches mitbewusstsein
Strafrecht › Strafrecht Allgemeiner Teil

Strafrecht AT | Vorsatz | Sachgedankliches Mitbewusstsein als ständig verfügbares Begleitwissen (Körperverletzung im Amt, § 340 Abs. 1 StGB)

Jurafuchs Illustration: T bringt an einem Auto Sprengstoff an.
Examensrelevante Rechtsprechung › Rechtsprechung Strafrecht

Strafrechtsklassiker: Die Sprengfalle - Jurafuchs

In diesem Klassiker ist zwischen einer aberratio ictus und einem error in persona abzugrenzen. Bei der aberratio ictus lenkt der Täter seinen Angriff auf ein bestimmtes, von ihm individualisiertes Tatobjekt. Dieser Angriff geht jedoch fehl und trifft ein anderes Objekt, das der Täter gar nicht anvisiert und in sein Bewusstsein aufgenommen hatte. Währenddessen irrt der Täter bei dem error in persona über die Identität des konkret individualisierten Opfers. Bei sog. Sprengfallen platziert der Täter Sprengstoff, der eine andere Person treffen sollte als das tatsächliche Opfer. Bei Sprengstofffallen an einem Auto individualisiert der Täter das Opfer nur insoweit, als die Person getroffen wird, die als Nächstes das Auto nutzt. Ist der Benutzer ein anderer als angedacht, stellt dies einen unbeachtlichen error in persona dar.

Jurafuchs-Illustration zum Fall zum Sachgedanklichen Mitbewusstsein als ständig verfügbares Begleitwissen: Ein Polizist durchquert die Süßwarenabteilung eines Kaufhauses und nimmt einen Schokoriegel mit, ohne ihn zu bezahlen. Bei Wegnahme des Riegels denkt er an seinen Heißhunger, aber nicht an seine geladene Dienstpistole im Halfter.
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Fall zum Sachgedanklichen Mitbewusstsein als ständig verfügbares Begleitwissen | Jurafuchs

Um sich wegen einer Vorsatztat strafbar zu machen, muss der Täter den gesetzlichen Tatbestand eines Strafgesetzes willentlich und in Kenntnis aller objektiven Tatbestandsmerkmale verwirklichen (=Vorsatz). Der vorliegende Fall befasst sich nun mit der Frage, welche Anforderungen an die „Kenntnis“ des Täters im Hinblick auf die konkreten Tatumstände zu stellen sind.

Jurafuchs Illustration zum (Lederriemen-Fall, BGHSt 7, 363): Ein Räuber nimmt seinen Lederriemen, legt ihn um den Hals seines Opfers und zieht ihn zu.
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Lederriemen-Fall (BGHSt 7, 363): examensrelevante Rechtsprechung | Jurafuchs

Im Mittelpunkt der Lederriemen-Entscheidung steht die Abgrenzung zwischen bewusster Fahrlässigkeit und bedingtem Vorsatz. Der BGH griff hier einerseits die Rechtsprechung des Reichsgerichts auf, dass es für den Vorsatz neben einem Wissenselement auch noch eines voluntativen Elements in Form der „Billigung“ des Täters bedarf. Gleichzeitig legt er in dieser Entscheidung den Grundstein für seine Rechtsprechung, dass bereits ein „Billigen im Rechtssinne“ genüge. Entgegen dem allgemeinen Wortsinn sei ein „Billigen im Rechtssinne“ - und damit bedingter Vorsatz - bereits anzunehmen, wenn der Täter sich mit der Tatbestandsverwirklichung abfindet. Dies gelte selbst dann, wenn ihm der Erfolgseintritt an sich unerwünscht ist. An dieser zentralen Abgrenzungsformel hält der BGH bis heute fest, weswegen sie zum Handwerkszeug eines jeden Examenskandidaten gehören muss.

Jurafuchs Illustration zum Jauchegruben-Fall (BGHSt 14, 193): Eine Person wirft eine andere Person in eine Jauchegrube
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Jauchegruben-Fall (BGHSt 14, 193): examensrelevante Rechtsprechung | Jurafuchs

Obwohl der Jauchegruben-Fall bereits vor über 60 Jahren vom BGH entschieden wurde, zählt er noch heute zu den absolut examensrelevanten Strafrechts-Klassikern. Zu entscheiden hatte der BGH, inwieweit sich ein Täter strafbar macht, der glaubt, sein Opfer bereits durch eine Ersthandlung (z.B. Ersticken) getötet zu haben, wenn das Opfer tatsächlich erst durch eine sich daran anschließende Zweithandlung (z.B. Wurf in eine Jauchegrube) stirbt. Die zentrale Problematik liegt darin, dass der Vorsatz jeweils zum Zeitpunkt der Tathandlung vorliegen muss (§§ 8, 16 StGB). Hieran fehlte es bei der Zweithandlung. Indem der BGH den Tod durch die Zweithandlung aber lediglich als unwesentliche Abweichung vom Kausalverlauf der Ersthandlung wertet, kommt er im Ergebnis dennoch zu einer Strafbarkeit wegen vorsätzlichen Tötung.

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Aberratio ictus bei Inkaufnahme des tatsächlichen Verletzten

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Tatbestandlich ungleichwertige Objekte

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Zusammenfallen von error in persona vel objecto und aberratio ictus (Schuss im Dämmerlicht)

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Aberratio ictus bei tatbestandlicher Gleichwertigkeit der Objekte

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Error in persona vel objecto – Irrtum über das Tatobjekt („Rose-Rosahl-Fall“)

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Error in persona vel obiecto – Vorsatz bei Verwechslung eines ausländischen Staatsoberhaupts

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Error in persona vel obiecto – tatbestandliche Gleichwertigkeit der Objekte

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Irrtum über den Kausalverlauf beim Fehlgehen des Mittels

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Irrtum über den Kausalverlauf (Vorzeitiger Erfolgseintritt durch Ersthandlung)

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Irrtum über den Kausalverlauf – Erfolgseintritt in der Vorbereitungsphase

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Irrtum über den Kausalverlauf bei mehraktigem Tatgeschehen („Scheunenmord“-Fall)

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Irrtum über den Kausalverlauf (Verfrühter Erfolg)

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Irrtum über den Kausalverlauf (Tritt gegen das Fahrrad) – Vorsatz

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Irrtum über den Kausalverlauf bei nachträglicher Unzurechnungsfähigkeit („Blutrausch“)

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Irrtum über den Kausalverlauf beim Vorsatz („Herzkammer“)

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Abgrenzung Eventualvorsatz und bewusste Fahrlässigkeit bei einer Gasexplosion

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Abgrenzung Eventualvorsatz/ bewusste Fahrlässigkeit („Berliner Raserfall“)

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Abgrenzung Eventualvorsatz/bewusste Fahrlässigkeit bei objektiv äußerst gefährlicher Handlung

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Tatbestandsirrtum und umgekehrter Tatbestandsirrtum – Irrtum über die Fremdheit einer Sache

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Tatbestandsirrtum und Abgrenzung („Fremder Mantel“)

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Abgrenzung Eventualvorsatz/bewusste Fahrlässigkeit bei gefährlicher Gewalt gegen ein Kind

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Abgrenzung Eventualvorsatz und bewusste Fahrlässigkeit („Zufahren auf Polizeibeamte in einer Polizeisperre“)

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Eventualvorsatz vs. bewusste Fahrlässigkeit: HIV-Infizierung trotz Vermeidungswillen

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Eventualvorsatz vs. bewusste Fahrlässigkeit: Steinwurf von Autobahnbrücke

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Eventualvorsatz vs. bewusste Fahrlässigkeit: Vertrauen auf Fahrkünste

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Parallelwertung in der Laiensphäre beim Vorsatz – gefälschte TÜV-Plakette

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Parallelwertung in der Laiensphäre – Vorsatz bei Urkundenunterdrückung („Quittungen als Altpapier“)

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Vorsatz bei Sachbeschädigung – Parallelwertung in der Laiensphäre („Zerlegen der Uhr“)

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Gefälschter Bierdeckel (Parallelwertung in der Laiensphäre)

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Scherz eines Studenten (Parallelwertung in der Laiensphäre)

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Absicht und direkter Vorsatz bei beabsichtigtem und sicherem Tötungserfolg

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Direkter Vorsatz (dolus directus 2. Grades) bei sicherem Wissen um tödlichen Erfolg (Flugzeugsprengung)

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Direkter Vorsatz („Anzünden einer Scheune im sicheren Wissen um den schlafenden Landstreicher“)

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Absicht – Schüsse aus der Ferne

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Vorsatz – Absicht (dolus directus 1. Grades) beim Aufbrechen einer Schmuckschatulle

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Absicht beim Töten eines Beschützers als Zwischenziel (dolus directus 1. Grades)

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Vorsatz – Absicht (dolus directus 1. Grades) bei Vergiftung des Onkels

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Koinzidenzprinzip bei nachträglichem Vorsatz („dolus subsequens“)

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Vorsatzaufgabe zwischen Tathandlung und Erfolgseintritt – Koinzidenz- / Simultanitätsprinzip

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Koinzidenzprinzip bei abgebrochenem Tatentschluss

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Vorsatz in Gestalt des dolus alternativus – Schuss auf Förster und Hund

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Vorsatz – Dolus cumulativus: Schädigung einer unbestimmten Vielzahl von Objekten

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Kognitives Element bei Irrtum über das Opfer („vermeintliches Wildschwein“)

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Kognitives Element bei Sprengung eines leer stehenden Hauses